Vom Rohrbiegezentrum zum Apfelsaft – Ein Schweißer auf Montage

Seit einiger Zeit arbeite ich nun im Rohrbiegezentrum, wo alle Rohre für Krones Maschinen produziert werden. Immer wieder frage ich mich, was wohl mal durch so ein Rohr fließen wird – Wein, Saft, Bier oder Wasser? Irgendwann entschloss ich mich, der Sache auf den Grund zu gehen und meldete mich, gemeinsam mit anderen Azubis, für eine Probemontage an. Schon bald war das Ziel bekannt: Paderborn.

 

An einem Donnerstag ging es früh morgens los und wir starteten Richtung Paderborn. Leider kam uns ein längerer Stau in die Quere, sodass wir erst spätnachmittags bei unserem Kunden eintrafen. Endlich dort angekommen, standen wir Azubis erst einmal baff vor der Anlage, die uns sehr mächtig erschien. Dabei war das nur der Füller! Jetzt wusste ich auch endlich, was durch die von Krones gefertigten Rohre fließt – in diesem Fall war es Apfelsaft. Nach einer ausführlichen Besprechung des weiteren Vorgehens ging es abends erst einmal ins Hotelzimmer, wo die Dusche schon auf mich wartete. Frisch geduscht steuerte ich zur Stärkung den darunter liegenden Gasthof an, wo ich noch viele andere Krones Monteure traf. Viele Infos und Geschichten aus allen Herren Ländern dieser Welt wurden ausgetauscht.

 

Am nächsten Tag ging ich nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet gut gestärkt direkt an die Arbeit, wo erst einmal die Aufgaben verteilt wurden. Für mich ging es an den Füller, an dem sämtliche Dichtungen gewechselt werden mussten. Das klingt vielleicht einfach – aber es war schwerer als gedacht! Denn das Innenleben so einer Maschine ist sehr verwinkelt. Nach einem Arbeitstag am Füller machte ich mich, erstaunlicherweise noch recht fit, in die Innenstadt von Paderborn auf, in der schon der Christbaum aufgestellt wurde. Am Samstag konnte ich nicht wie andere Menschen ausschlafen, denn mein Wecker läutete bereits früh morgens. Doch auch Wochenendarbeit sollte man mal erlebt haben. Durch eine erstaunlich ruhige Halle ging es wieder zum Füller, an dem wir wieder eifrig herum schraubten. Wie mag das wohl von oben ausgesehen haben – ein riesiger silberner Klotz, um den lauter blaue Männchen herumstanden und arbeiteten.

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So vergingen die Tage: Mit viel Arbeit und vielen wirklich informativen Gesprächen mit den erfahrenen Monteuren. Nach einiger Zeit kam mir der Füller auch nicht mehr wie ein undurchdringbarer Riesen-Koloss vor – während ich daran herumschraubte und die Maschine besser kennenlernte, wurde er für mich zu einem bekannten Bauteil einer Krones Linie. Trotzdem ist es wirklich Wahnsinn, was es an Technik, Edelstahlrohren, Dichtungen und vielem mehr braucht, um „nur“ mal eben Saft in eine Flasche zu befördern. Jede Flasche werde ich ab jetzt mit noch mehr Bedacht öffnen, da ich jetzt weiß, wie viele Arbeitsschritte hinter diesem einen Liter Apfelsaft stecken!

 

Nach zwei Wochen Arbeit war eigentlich die Abreise geplant, doch ich war so begeistert von der ganzen Technik, dass ich noch einmal für zwei weitere Tage auf Montage ging: Dieses Mal nach Löhnberg bei Limburg an der Lahn. Wieder war ich gespannt wie ein kleines Kind an Weihnachten, was mich hier wohl erwarten würde. Dieses Mal kam ich zu einer Firma für Mineralwasser. Auch hier durfte ich wieder Dichtungen an einem Füller wechseln. Dieser schafft es, über 100 Flaschen gleichzeitig zu füllen – ein mächtiges Teil! Nach getaner Arbeit ging es ins Hotel, das in einem versteckten Örtchen im Wald lag. Dort gab es alte Fachwerkhäuser, und in meinem Hotelzimmer stieß sogar ich mit meinen 1,75m an der Decke an. Es war wie bei den „Sieben Zwergen hinter den Bergen“.

 

Insgesamt waren die zusätzlichen zwei Tage für mich eine weitere Bereicherung und ich kam voller Begeisterung zurück nach Neutraubling ins Rohrbiegezentrum, wo alles anfing. Es war eine sehr interessante Zeit, über die ich noch lange erzählen werde.