Nachhaltige Neuigkeiten bei Krones

Inmitten der Corona-Pandemie gingen einige wichtige Themen zwischendurch leider unter – das vermutlich prominenteste: Der Klimaschutz. Ende September demonstrierten seit längerem mal wieder die Fridays-for-Future-Aktivisten, um darauf hinzuweisen, dass sich der Klimawandel auch während der Pandemie weiter verschärft. Und auch bei Krones scheint dieses Thema genauso präsent wie eh und je – wenn nicht sogar noch präsenter – zu sein, denn hier wurde gerade erst eine neue Klimastrategie eingeführt und ausgelobt. In unserer Mitarbeiterzeitung habe ich dann auch noch gelesen, dass diese Strategie sogar Science Based Targets approved ist. 

Das muss ja was heißen, oder? Genau das dachte ich mir in diesem Moment, musste bei der Betrachtung der neuen Krones Klimaziele allerdings schnell feststellen: Als Laie können Begriffe und Abkürzungen wie Scope 1, PCF oder SBT schnell ganz schön verwirrend wirken. Aber wie habe ich in meinem Studium so schön gelernt: Man muss nur wissen, wo man nachschlägt. Oder eben nachfrägt. In diesem Fall ist das mein Kollege Peter Steger, der sich in der Abteilung Corporate Governance um das Thema Nachhaltigkeit kümmert und mir netterweise ein paar Fragen zur neuen Klimastrategie von Krones beantwortet hat.

Wie genau kann man sich die neue Klimastrategie von Krones vorstellen, wo werden hier genau Emissionen eingespart?

Es ist ganz einfach: Die neue Klimastrategie besteht aus zwei zentralen Emissionsreduktionszielen. Das erste bezieht sich auf den Corporate Carbon Footprint, also auf alle betriebsbezogenen Emissionen unseres Unternehmens aus Gebäuden, Verkehr und Stromnutzung an unseren Produktionsstandorten. Diese sogenannten Scope 1 und Scope 2 Emissionen werden wir bis 2030 um 80 Prozent senken. Das zweite Reduktionsziel betrifft die Scope 3 Emissionen aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette unseres Unternehmens. Hier konzentrieren wir uns auf unseren Product Carbon Footprint – sprich: auf den CO2-Fußabdruck unserer Maschinen und Anlagen. Diesen reduzieren wir bis 2030 um 25 Prozent und tragen damit ganz wesentlich auch zu den Klimazielen unserer Kunden bei.

Damit ich es richtig verstehe: Krones setzt sich eine Klimastrategie, die unseren Kunden bei ihrer Emissionsreduzierung hilft?

Exakt. Wenn wir unsere Maschinen energieeffizienter und die darin verbauten Materialien klimafreundlicher gestalten, senkt das unseren Product Carbon Footprint (Scope 3). Aber nach Verlassen unserer Werkstore werden die Anlagen ja dann beim Kunden über Jahre hinweg betrieben – und tragen somit ganz wesentlich zu seinem Corporate Carbon Footprint (Scope 1 und Scope 2) bei. Im Endeffekt geben wir unsere Emissionsreduzierung an den Kunden weiter. Eine Win-Win-Rechnung.

Wie war Krones bisher in Sachen Klimaschutz unterwegs und was ist das Innovative an der neuen Klimastrategie?

Das bisherige Emissionsziel der Krones AG läuft regulär im Zieljahr 2020 aus und wir haben den Zielwert sogar um ein ganzes Stück übertroffen. Unsere Energiemanager haben da sehr gute Arbeit geleistet. Unsere neue Klimastrategie ist aber noch einmal deutlich ambitionierter. Sie bezieht sich nicht mehr nur auf die Krones AG, sondern auf alle Produktionsstandorte im Krones Konzern. Denn dort, in den Produktionshallen unserer weltweiten Standorte und Tochterunternehmen, fallen viele Emissionen an. Außerdem haben wir uns diesmal ein absolutes Reduktionsziel gesetzt. Es geht also um jede einzelne Tonne Treibhausgas, die wir trotz ambitionierten wirtschaftlichen Wachstumszielen vermeiden, verringern oder – falls nicht anders möglich – kompensieren wollen.

Erklären Sie uns doch bitte, was die Science Based Targets sind und welche Rolle diese für Krones spielen.

Nun, um zu zeigen, dass wir eine ambitionierte und „echte“ Klimastrategie verfolgen, haben wir sie von der Science Based Targets Initiative überprüfen lassen. Die SBTi ist ein Zusammenschluss diverser NGOs, die es sich zum Auftrag gemacht hat, dafür zu sorgen, dass Unternehmen mit ihren Klimazielen einen echten und spürbaren Beitrag zu den global anerkannten Reduktionszielen – wie dem 1,5-Grad-Ziel der globalen Erderwärmung – beitragen. Wenn ein Klimaziel den strengen und unabhängigen Validierungsprozess der SBTi durchlaufen hat und die Prüfkriterien nachweislich erfüllt, darf es sich als Science Based Target bezeichnen. Zu Deutsch also: wissenschaftsbasiertes Ziel – auch wenn sich das zugegeben auf Englisch deutlich besser anhört.

Das heißt, die neuen Klimaziele sind wissenschaftsbasiert?

Richtig, die Krones Klimastrategie ist offiziell als Science Based Target bestätigt. Unser Vorstand signalisiert damit deutlich: Wir meinen es ernst mit der Nachhaltigkeit. Es geht nicht mehr vorrangig darum, gut dazustehen. Es geht darum, Klimaschutz als Chance für unser Geschäft zu nutzen.

Um wieder auf den Einstieg zurückzugreifen: Welchen Einfluss hat die Corona-Pandemie auf die Klimastrategie von Krones?

Man könnte meinen, das Thema Nachhaltigkeit rücke durch die Pandemie in den Hintergrund. Aber das Gegenteil ist der Fall: Nachhaltigkeitsthemen stehen auf unserer Agenda und der unserer Kunden, Investoren und Mitarbeiter ganz weit oben. Klimawandel, Menschenrechte oder Arbeitsschutz haben durch die Pandemie sowohl in unserem Unternehmen als auch bei unseren Stakeholdern eine neue Dynamik gewonnen. Die Krones Klimastrategie ist das erste neue Nachhaltigkeitsziel, das wir jetzt ausgelobt haben. Aber es wird nicht das letzte ambitionierte Ziel bleiben, das wir uns hier setzen. Wir arbeiten parallel gerade an mehreren neuen Nachhaltigkeitszielen, um den positiven Beitrag unseres Unternehmens für Umwelt, Gesellschaft und Mitarbeiter weiter auszubauen.

Damit würde ich sagen, sind wir alle etwas schlauer, oder? Und weil man schöner nicht abschließen kann, bleibt mir jetzt nichts anderes übrig, als Peter Steger für die Zeit zu danken, die er sich genommen hat und natürlich auch weiterhin meinen kleinen Teil dazu beizutragen, diese Klimaziele zu unterstützen.