Krones‘ Anatomy: Die Betriebsärzte

Gesundheit ist immer wichtig, im Zuge der Corona-Pandemie liegt auf diesem Thema nun aber besonderes Augenmerk – und das natürlich auch bei Krones. Während sich hier in den letzten Monaten so einiges verändert hat und mittlerweile mehr oder weniger eine andere temporäre ‚Arbeitsnormalität‘ eingezogen ist, fiel mir als Krones Neuling vor allem eine Abteilung ins Auge: Unser Company Medical Service informierte im Intranet regelmäßig über das Virus, neue Forschungsergebnisse und Handlungsanweisungen und bot weiterhin virtuelle Beratung an. Obwohl ich zwar durchaus schon von dem Phänomen des Betriebsarztes gehört habe, wurde ich trotzdem neugierig – nicht zuletzt auch, weil man sich als Krones Anfänger immer über die Chance freut, das Unternehmen besser kennenzulernen.

Wer ist also eigentlich unser Betriebsarzt? Wann kann man den genau aufsuchen? Und wann wurde der Company Medical Service bei Krones eigentlich eingerichtet? Ich habe mich umgehört und so viel kann ich vorab verraten: Der betriebsärztliche Dienst feierte bei Krones letztes Jahr sogar schon seinen 30. Geburtstag. Höchste Zeit also, um ihn hier endlich mal vorzustellen, oder?

Es war einmal …

„Hier hast du das Geld, Junge, fang etwas damit an“ – mit diesen Worten und einem Budget von damals 250.000 Deutschen Mark legte Dr. Hermann Kronseder im Jahr 1989 den Grundstein für den betriebsärztlichen Dienst – und damit eine beachtliche Verantwortung in die Hände von Dr. Axel Becher, unserem ersten Arzt bei Krones. Seitdem ist so einiges passiert:

Moderne Räumlichkeiten

Im Jahr 1990 bezog die Praxis ihr erstes Gebäude am Krones Werksgelände und wurde bis heute schrittweise modernisiert und erweitert. Auf die steigende Anzahl an Patienten reagierte man ein paar Jahre später mit noch mehr Platz sowie einem Komplettumbau – und das bei laufendem ärztlichen Betrieb. „Da mussten wir viel improvisieren, denn wenn ein Presslufthammer gerade die Wand nebenan durchbricht, fällt es eher schwer, einen Hörtest durchzuführen“, erinnert sich die medizinische Fachangestellte Christina Sperl-Steiner, die übrigens seit dem ersten Tag bis noch heute Teil des Teams ist. Inzwischen verfügt die Praxis über mehrere Behandlungszimmer, einen Notfallbereich mit schnellem Zugang von außen und sogar über einen Raum für physische Behandlungen.

Ein starkes Team

Aktuell kümmert sich eine neunköpfige Mannschaft um die Gesundheit der Mitarbeiter in Neutraubling und Nittenau: zwei Betriebsärzte, drei Rettungsfachkräfte sowie vier medizinische Fachangestellte. Und auch unsere anderen deutschen Werke haben sich gut aufgestellt – Flensburg und Freising arbeiten mit einem Vertragsarzt zusammen, Rosenheim hat seit 2019 eine eigene Betriebsärztin. „Personalwechsel gab es während der langen Zeit nur wenige, was durchaus an unserer offenen und angenehmen Arbeitsatmosphäre liegt“, betont Christina Sperl-Steiner.

„Unser Ziel ist, dass Mitarbeiter gar nicht erst krank werden“

Seit 1. April 2019 leitet Uwe Hott den betriebsärztlichen Dienst bei Krones. In einem Interview erzählt er mir, wie er den Weg zu uns gefunden hat und was seine Arbeit als Betriebsarzt ausmacht.

Herr Hott, Sie haben keine ganz gewöhnliche Laufbahn als Arzt hinter sich – erzählen Sie doch mal.

Ich habe zunächst einen technischen Weg eingeschlagen und als Diplom-Ingenieur für technischen Umweltschutz gearbeitet. Im Rahmen der Umweltberatung hatte ich dann mit Menschen zu tun, die mit gesundheitlichen Problemen kämpften – aufgrund von ausgegasten Substanzen aus Bauprodukten oder Einrichtungsgegenständen. Weil mich diese Wechselwirkungen von Schadstoffen und der menschlichen Gesundheit immer mehr interessierten, vertiefte ich das Thema und belegte nebenberuflich Medizinkurse an der FU Berlin.

Sie studierten also Medizin parallel zum Beruf?

Ja. Im Laufe von drei Jahren hatte ich alle Kurse zusammen, die für ein Physikum notwendig waren. Von da an habe ich dann konsequent Medizin studiert, parallel aber immer noch weiter in meinem Ingenieurs-Beruf gearbeitet – zumindest solange, bis es ins praktische Jahr als Arzt ging.

Inwiefern unterscheidet sich die Arbeit eines Betriebsarztes von der eines klassischen Hausarztes?

Ein Betriebsarzt hat das Augenmerk viel stärker auf der Prävention, also der Vorbeugung von Krankheiten. Die Aufgaben sind per Gesetz festgelegt: Ein Betriebsarzt muss das Unternehmen in allen Fragen des Gesundheitsschutzes unterstützen und die Arbeitnehmer entsprechend untersuchen und beraten, damit sie ihre Gesundheit am Arbeitsplatz möglichst erhalten oder sogar verbessern.

Das heißt, der Mitarbeiter kommt nicht erst bei Beschwerden, sondern schon präventiv?

Genau. Ergeben sich aus der Beurteilung eines Arbeitsplatzes bestimmte Gefährdungen, ist durch den Arbeitgeber eine arbeitsmedizinische Vorsorge zu veranlassen oder anzubieten. Zum Beispiel bei Geschäftsreisen in Länder mit Infektionsgefährdungen oder besonderen klimatischen Bedingungen kommt der Mitarbeiter zu uns und wir führen gezielt Beratungen und wenn nötig Impfungen durch. Ziel ist, dass Berufskrankheiten oder arbeitsbedingte Erkrankungen gar nicht erst entstehen.

Dennoch haben Sie auch mit ganz alltäglichen Beschwerden zu tun?

Neben unserer arbeitsmedizinischen Pflicht kümmern wir uns natürlich auch um die Erstversorgung von Notfällen und um akute Gesundheitsbeschwerden wie Atemwegserkrankungen, Insektenstiche oder Rückenschmerzen. Medikamente dürfen wir in solchen Fällen aber nur für den akuten Gebrauch ausgeben – als Überbrückung bis zum eigentlichen Hausarztbesuch.

 

Ich bin beeindruckt – sowohl von der Laufbahn unseres Arztes als auch von den Möglichkeiten für uns Mitarbeiter. Und gerade in Zeiten einer Pandemie beruhigt es mich natürlich umso mehr, eine kompetente medizinische Beratung in so nahem Umfeld zu wissen – meine Exkursion in die Tiefen des Großkonzerns Krones hat sich also gleich doppelt gelohnt.