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Schwedischer Wind bei St. ERHARD

Nach seinem BWL-Studium hat Christian Klemenz 2011 seine eigene Craft-Beer-Marke St. ERHARD gegründet. Unsere treuen Fans erinnern sich vielleicht an unseren Bericht von 2016. Seitdem hat sich viel getan. Derzeit ist Christian mit seinem St. ERHARD aufgrund eines neuen Designs wieder in aller Munde. Grund genug für uns, sich nochmal mit ihm zu unterhalten um zu erfahren, was dahinter steckt…

Warum habt ihr euch für ein neues Design entschieden?

Wir haben mit dem St. ERHARD Original in der bedruckten Klarglasflasche begonnen und daran hat sich auch nichts geändert – das ist genauso geblieben. Das ausgefallene Flaschendesign hat uns damals viel Aufmerksamkeit eingebracht – und nicht zuletzt auch den German Design Award. Als wir nun aber die Produktlinie erweitern wollten, sind wir mit dem bisherigen Glasdruck an seine natürliche Grenzen gestoßen. Um die Range zu erweitern, mussten wir auf Papieretiketten umsteigen. Die Herausforderung lag nun darin, unseren hohen Designanspruch auf die zusätzlichen Biere zu übertragen.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit dem schwedischen Designstudio Bedow?

Vor ein paar Jahren habe ich Perniclas Bedow auf einem Getränkekongress kennengelernt, bei dem er einen Vortrag über sein Design für Mikkeller (eine bekannte dänische Craft-Beer-Marke) gehalten hat. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und hatten eine ähnliche Designvorstellung. Da dachte ich mir: Mensch, das wär doch was! Vor einem Jahr habe ich ihn dann angesprochen, ob er sich vorstellen könnte, das neue Design für St. ERHARD zu übernehmen.

Welches Konzept steckt hinter dem neuen Design?

Uns war wichtig, dass das bisher sehr reduzierte Design erhalten bleibt. Da hat ein schwedischer Designer natürlich sehr gut gepasst. Außerdem hatte er den Vorteil, dass er von außen auf das Produkt und Deutschland blicken konnte. Die Grundfrage war daher für ihn: Was zeichnet Deutschland und ein deutsches Produkt aus? Das Ergebnis war ein Konzept aus drei Leitlinien: Präzision, Simplizität, Reduktion. Daran hat er sich orientiert. Zusätzlich hat er sich vom Bauhausstil, auch in der Farbgebung, beeinflussen lassen. Herausgekommen ist ein in schwarz-weiß gehaltenes Papieretikett mit jeweils einem Farbakzent und einer geometrischen Form.

Warum sind nur die Spezialbiere in neuem Design?

Unser Hauptprodukt, das St. ERHARD Original, hat sich mit der bedruckten Klarglasflasche über die Jahre zu einer echten Stilikone entwickelt. Daran wollten wir nichts ändern und sind daher beim bewährten Design geblieben. Alle zusätzlichen Spezialbiere die jetzt auf den Markt kommen sind aber im neuen Design.

Wie viele Sorten habt ihr mittlerweile im Sortiment?

Das kann man so pauschal schwer sagen, da wir häufig Sondersude einbrauen und das somit oft wechselt. Dauerhaft im Sortiment haben wir vier Biere: Das Original Kellerbier, unser Saison, das ist ein belgischer Bierstil, unser Farmer, das ist ein Farmhouse IPA und das Mayflower, ein IPA.

Deine Ursprungsidee war ja deutsches Bier im Ausland zu vertreiben. Wie läuft der Export jetzt?

Der Export läuft nach wie vor gut. Unsere neueren Biere werden jetzt zum Beispiel u.a. auch nach Taiwan geliefert. Durch den schwedischen Designer verstärkt sich aber auch die Nachfrage im skandinavischen Raum. Gleichzeitig hat sich natürlich auch der deutsche Craft-Beer-Markt über die Jahre weiterentwickelt, deshalb setzen wir nicht mehr nur auf den Export.

Wie du schon gesagt hast, wächst der deutsche Craft-Beer-Markt – Fluch oder Segen?

Ich würde sagen irgendwo beides zugleich! Aber man darf sich nicht beschweren, Wettbewerb ist schließlich normal und gehört immer dazu! Der Markt ist in Bewegung, das macht das Ganze ja erst spannend! Mit der Bierothek haben wir außerdem unsere eigenen Handelssparte. So können wir den Markt mitbestimmen und steuern. Mit unseren neun eigenständigen Filialen sind wir mittlerweile der größte Craft-Beer-Einzelhändler in Deutschland. Zusätzlich beliefern wir noch mehrere Partnerhändler und -gastronomen.

Die Bilder in diesem Artikel wurden uns freundlicherweise von Bedow zur Verfügung gestellt.

Wie ihr seht, hat sich bei St. ERHARD und der Bierothek in den letzten Jahren einiges getan. Wir sind gespannt, was noch folgt, denn wer in sieben Jahren zwei Designs auf den Markt bringt, ist bestimmt noch nicht am Ende. Wir bleiben natürlich dran und halten euch auf dem Laufenden, wenn St. ERHARD seinen nächsten Coup landet!

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