English | Deutsch

Craft Bier Industrie – Die Brew Expo Rekapitulation

Es riecht nicht nach Bier, wenn man in die Ausstellerhalle im Convention Center in Portland, Oregon geht. Es riecht nach Hopfen.

Die Brew Expo ist kein kleines Bierfest, sondern eine ernstzunehmende Messe für Craft Brauer und die wachsende Industrie rund um das Brauhandwerk. Krones präsentiert sich gleich hinter den Aufstellern „Industry only“, die den Haupteingang zieren. Der Stand – und besonders die Varioline, die nach der Messe an die 3 Floyds Brewery in Munster, Indiana ausgeliefert wird, zieht viele Brauer fast magisch an. „Auch wenn wir noch zu klein sind, irgendwann wollen wir auch so eine in unserer Brauerei“, sagt ein bärtiger Brauer – und vermutlich ist der Tag an dem seine Brauerei eine Varioline shoppt gar nicht so weit entfernt. Viele Craft Brauereien wachsen sehr schnell – das kann man auch an der Brew Expo selbst sehen: Sie begann mit ein paar Ständen in einem Nebenzimmer der Craft Brewers Conference (CBC) und ist zu einer Messe mit 600 Austellern herangewachsen. Rund 11 000 Besucher zählen Brew Expo und CBC in diesem Jahr in Portland.

Die Besucher der Brew Expo sind eine heterogene Crowd mit einem kleinen gemeinsamen Nenner: Legere Kleidung auch im Business Umfeld – und Vollbärte. Einen stereotypen Craft Brewer gibt es jedoch nicht. Im Gespräch mit Messe-Besuchern treffe ich auf vollkommen unterschiedliche Geschichten und Hintergründe. Drei Brauer aus Korea sind beispielsweise gekommen um sich zu informieren, weil sie im September ihre Craft Brewery in Südkorea zu starten. Braumeister Hyundoo Cho erklärt das so: „Die Nachfrage nach Craft Beer in Korea steigt, denn es geht nicht mehr nur darum viel zu trinken. Der Genuss steht wieder mehr im Vordergrund!“

Neben diesen Newcomern ist Jeremy Kosmicki von der Founders Brewery bereits ein alter Hase auf der Brew Expo. „Es tut so gut zu sehen, dass hier Craft Beer die Norm ist – die Leute sind alle mit einer riesigen Leidenschaft dabei und das ist wirklich ein schönes Gefühl!“ Wie viele Brauer reiste auch Kosmicki früher an, denn in Portland mit seinen 53 Brauereien will es sich kaum jemand nehmen lassen, sich noch einmal etwas umzuschauen. Angst vor einer Kommerzialisierung der Craft Brewer Bewegung hat Kosmicki nicht, denn immerhin sei es eine gute Bewegung – je mehr Menschen davon Wind bekämen, desto besser. „Here are so many genuine people – the movement cannot be commercialized!“ Ganz oben auf der Liste der meisten Besucher der Brew Expo steht nicht der übermäßige Bierkonsum, sondern vielmehr Netzwerken, Technologie und Information über neuestes Brau-Zubehör (Supply) und Rohstoffe.

Zu den Rohstoff-Ausstellern gehören in einem Land ohne Reinheitsgebot neben Hopfen-, Hefe- und Malzständen aus USA, Tschechien und Deutschland auch Stände mit Fruchtpürees und Honig. „Unseren Honig verkaufen wir bereits seit 1979 gewerblich, vor drei oder vier Jahren haben wir dann festgestellt, dass uns vermehrt Brauereien anrufen und nach Honig fragen“, erfahre ich von Josh Zeldner bei Z Specialty Food. Die Nachfrage nach Honig auf der Brew Expo selbst sei ebenfalls beträchtlich. „Generell gehen die Sorten Orange Blossom und Wild Flowery am besten, doch auch für etwas ausgefallenere Sorten interessieren sich die Brauer.“ Beim Honig schätzen die Kunden genauso wie bei Oregon Speciality fruit, die ihre Purees beispielsweise an Abita liefern, dass es sich um naturbelassene Produkte handelt. „Organic wird immer wichtiger“, das weiß Jeanette Koban vom HVG. „Wir bekommen die meisten Anfragen in diese Richtung und im Bezug auf unsere Spezial-Sorten!“ Das bestätigt man mir auch am Stand der Baywa, die in diesem Jahr zum ersten Mal auf der Brew Expo vertreten ist – Hopfen wie der Mandarina Bavaria kommen bei den kreativen Brauern gut an.

Sustainability ist für die Craft Brewer Szene elementar und auch hier ist Kreativität gefragt: Nicht nur die Rohstoffe sollten möglichst regional oder nachhaltig hergestellt sein, die Brew Pubs bieten ihren Kunden auch an, das Bier direkt aus dem Fass in Mitnahmegefäße für Parties oder zuhause abzufüllen. Und auch das Six-Pack erlebt eine Renaissance, das ist bei den Brauern genauso zu erfahren wie an Ständen mit Glasflaschen. Als ich von meinem ersten Rundgang zurückkomme, wundert es mich also nicht, dass sich weiterhin eine Traube um die Varioline am Krones Stand scharrt. Dutzende Augen schauen gespannt zu, wie Six-Pack für Six-Pack verpackt wird. „Die Varioline ist so kompakt, platzsparend und effizient – sie ist eine perfekte Lösung und wie maßgeschneidert für die Craft Breweries“, sagt Tim Raymond, Vertriebschef bei Krones Inc.. Wie sehr die Varioline zu den Craft Brewern passt, das beschreibt Chris Boggess, Headbrewer bei 3 Floyds: „Wir wurden schon sehr oft auf die Brauerei angesprochen und einige waren auch ein wenig neidisch“, lacht er, bevor er schnell weitereilt in Richtung der Hopfenstände.

Share on Pinterest
Kommentieren

Alle mit (*) markierten Felder sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden.