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Bier-Schloss

Uns ist gerade einmal wieder eine Ausgabe vom magazin 2/17 in die Hände gefallen. Und da haben wir so allerhand interessante Artikel gefunden: zum Beispiel eine Reportage über die Braustätte Bierkasteel Van Honsebrouck. Und weil wir direkt ins Schmökern gekommen sind, wollen wir diese Entdeckung niemandem vorenthalten. Hier ist allerdings nur Platz für eine kleine Zusammenfassung, mehr zum Thema gibt’s im Magazinartikel.

Seit über einem Jahrhundert ist eine Brauerei dieser Größenordnung in Belgien nicht mehr gebaut worden. Xavier Van Honsebrouck, Bierbrauer in fünfter Generation, hat diesen Schritt jetzt gewagt. In der flämischen Kleinstadt Izegem entstand auf der grünen Wiese die neue Braustätte Bierkasteel Van Honsebrouck mit einer Kapazität von 250.000 Hektolitern. Und was für eine: Die Architektur erinnert an ein Schloss, der Kaltblock vereint – mit unterschiedlichen Gärverfahren und Batch-Größen – quasi vier Brauereien in einer und die Einrichtungen für die Besucher bieten das totale Biererlebnis. Für Xavier Van Honsebrouck ist es eine Traum-Brauerei.

Strukturierter Masterplan

Schon 2013 zur drinktec nahm Van Honsebrouck Kontakt mit Krones auf: „Wir hatten vorher schon eine gute Beziehung. Dann haben wir eine besondere Partnerschaft vereinbart: Krones konnte die Welt der Spezialitätenbrauer und Craft Brewer besser verstehen, wir bekamen eine sehr flexible technische Lösung aus einer Hand“, erklärt Xavier Van Honsebrouck. Krones erhielt den Turnkey-Auftrag – und lieferte das Sudhaus, übernahm die Koordination und Automatisierung des Kaltblocks, installierte sechs zusätzliche Gärtanks, war für den Umzug der vorhandenen Mehrwegglas-Abfüllanlage verantwortlich und ergänzte diese um einige Neumaschinen.

Die Aufgabenstellung für den Bau der neuen Braustätte war dabei vielfältig:

  1. 1. Eine saubere Trennung der verschiedenen Gärverfahren
  2. 2. Eine vollautomatisierte Prozesstechnik
  3. 3. Flexiblere Brauweisen im Sudhaus, auch durch die Möglichkeit, kleinere Chargen einzubrauen
  4. 4. Die Integration von 68 vorhandenen Gär- und Lagertanks und weiten Teilen der Flaschen-Abfüllanlage sowie der kompletten Keg-Linie aus der alten Braustätte
  5. 5. Die Gestaltung der Brauerei als Besuchermagnet für Biertouristen
  6. 6. Fließender Übergang von der alten zur neuen Braustätte

 

Um den Neubau intern zu organisieren und den langjährigen Produktionsmanager und Braumeister Hans Mehuys zu unterstützen, stieß Alex De Smet zum Team von Van Honsebrouck hinzu. Gemeinsam erstellten sie einen sehr strukturierten Masterplan.

Fünf separate Keller

Drei Gärverfahren in einer Brauerei gleichzeitig anzuwenden und dabei das Risiko von mikrobiologischen Quer-Infektionen zu vermeiden, setzt eine enorme Sorgfalt voraus. Mit der neuen Braustätte ist dies jedoch wesentlich einfacher: Die drei Gärverfahren werden nun völlig getrennt mit eigenen Rohrleitungen betrieben und auch separat mit CIP gereinigt.

Neben den beiden Gärkellern für die obergärige und die spontane Gärung wird in einem weiteren Keller Fruchtbier zubereitet. Dazu stehen sechs Mazerationstanks zur Verfügung, in denen Sauerbier mit Kirschen vermengt wird. Diese Mischung bleibt für rund sechs Monate in den Tanks. Insgesamt verarbeitet Van Honsebrouck 140 Tonnen Kirschen pro Jahr. Andere Fruchtbiere werden in einem vierten Keller, beispielsweise unter Zugabe von Pfirsichsaft, hergestellt.

Ein fünfter Keller beherbergt die Filtration. Auch diese ist vollautomatisiert, mit Evoguard Doppelsitzventilen ausgestattet und an 20 Drucktanks angeschlossen. Von diesen aus gelangt das Bier in die Flaschen- oder Keg-Abfüllung beziehungsweise die Lkw-Tanks. Die Brauerei verzichtete hier auf einen Kieselgurfilter, wie er noch in der alten Braustätte arbeitete. Stattdessen installierte Krones nun einen Schichtenfilter und eine Polierzentrifuge. Auch auf die Schlauchtechnik wollte Van Honsebrouck nicht mehr zurückgreifen, sondern zog Paneele mit Rohrbogen vor.

Abfüllung klar strukturiert

Die Flaschenabfüllung mit einer Leistung von 20.000 Flaschen pro Stunde ist im neuen Gebäude jetzt auf 2.000 Quadratmetern untergebracht – der dreifache Platz verglichen mit der alten Brauerei. Krones organisierte den kompletten Umzug: Vorhandene Maschinen, wie der erst 2008 neu installierte Gegendruckfüller Sensometic VP-VI, die Etikettiermaschine Solomatic und die Leerflaschen-Inspektionsmaschine Linatronic, wurden wieder eingebaut und mit neuen Transporteuren verbunden. Zusätzlich orderte Van Honsebrouck eine Flaschenreinigungsmaschine Lavatec E2, einen Palettierer Modulpal 2A sowie eine Verkorkungsmaschine. Die benötigten Klebstoffe liefert dabei KIC Krones.

 

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