2 Min. Lesezeit Kann Theater 
prophetisch sein?

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Kann Theater 
prophetisch sein? Top 99 | | 08.10.2014 2 Min. Lesezeit

Jens Neundorff von Enzberg studierte in Berlin und Leipzig Musikwissenschaft, Theatermarketing und Kulturwissenschaften. Stationen seiner Vita als Chefdramaturg und Gastdramaturg waren das Südthüringische Staatstheater Meiningen, die Sächsische Staatsoper Dresden (Semperoper), das Theater Bonn, die Salzburger Festspiele und die Bayreuther Festspiele. Von der Saison 2007 / 08 bis  zur Spielzeit  2011 / 12 war Jens Neundorff von Enzberg Operndirektor am Staatstheater Braunschweig. Seit Beginn der Spielzeit 2012 / 13 ist er Intendant am Theater Regensburg und leitet dort außerdem mit großer Begeisterung die Sparte Musiktheater.

Was ist so spannend an Regensburg?

Ich möchte zunächst den unglaublichen Charme dieser Stadt hervorheben. Regensburg hat eine enorme Lebensqualität. Regensburg ist eine Stadt, die einlädt, zu bleiben – und das sage ich, obwohl wir Theatermenschen ein Volk von „Berufsmigranten“ sind. Im Kontext mit dem Stadttheater ist Regensburg vor allem auch ein identitätsstiftender Ort. Eine Stadt mit Geschichte – und Theatergeschichte. Eine Stadt, die viele Erzählungen anbietet, der man gut zuhören kann. Wir sind als Theater beides: lauschender Zuhörer und hellwacher Zuflüsterer.

Intendant

Was macht das Theater in Regensburg so interessant?

Theater in Regensburg hat eine lange und erfolgreiche Tradition. Gerne erinnere ich an meinen berühmten Kollegen Emanuel Schikaneder, der in Regensburg aufgewachsen ist und auch das Theater zwischen 1786 und 1788 geleitet hat. Vor allem aber sind es die Menschen, die Künstler und Mitarbeiter in Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Jungem Theater, Orchester, Werkstätten und Verwaltung, die eine immense Bandbreite an künstlerisch hochwertigen Produktionen ermöglichen. Und interessant wird das Theater auch durch sein Publikum, welches aufgeschlossen und neugierig ist, welches sich aus einem Stadtpublikum, dem Umland und mittlerweile auch überregionalen Besuchergruppen zusammensetzt.

Visionen für das Theater Regensburg?

Es ist eine große Lust, in dieser Stadt für einen Theaterbetrieb verantwortlich zu sein. Wir wollen vor allem, dass unsere künstlerischen Ergebnisse wahrgenommen werden und dass es darüber einen Diskurs gibt. Regensburg als Stadt ist ein lebendiger Organismus, das Theater eines seiner kulturellen Zentralorgane, welches auch für die Außenwahrnehmung immer wichtiger wird. Mit dem, was wir planen, wollen wir, dass das Theater eine noch intensivere Verankerung in seiner Stadt erfährt.

Kann Theater „prophetisch“ sein? Es kam schon vor, dass wir von der politischen Realität überholt wurden. Ein musikalisches, tänzerisches, schauspielerisches „Unterwegs-Sein“ in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft sollte weiterhin Antrieb sein. Und: von Belang sein. Wach sein.

Was bringt Ihnen Regensburg?

Das Theater – ganz klar. Die Möglichkeit, hier als Intendant an einem 5-Sparten-Haus künstlerisch verantwortungsvoll zu arbeiten. Doch diese Frage ist für mich gar nicht mehr so entscheidend, vielmehr die Frage nach dem, was wir als Theaterverantwortliche der Stadt bringen können. Und daran arbeiten wir tagtäglich.

(Foto: Martin Sigmund)

Weitere interessante Themen zu Regensburg auf der Homepage: www.top99-regensburg.de

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