3 Min. Lesezeit Wie enviro 2.0 die Zukunft der Anlagentechnik prägt

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Wie enviro 2.0 die Zukunft der Anlagentechnik prägt Technologie | | 25.01.2016 3 Min. Lesezeit

Sparsam, umweltverträglich und möglichst rentabel – so sollen die Maschinen der Zukunft aussehen. Diese Vision hat bei Krones einen Namen: enviro. Seit der Einführung von enviro 2.0 sind Produktion und Vertrieb noch stärker mit dem Management-System verzahnt. Warum das ein Vorteil für Kunden, Mitarbeiter und Konzern ist, haben uns enviro Beauftragte Martina Birk und Fülltechniker Christian Gebauer im Interview erzählt.

Frau Birk, das Nachhaltigkeitsprogramm enviro gibt es jetzt seit sechs Jahren bei Krones, können Sie kurz zusammenfassen, was enviro eigentlich ist?

Birk: enviro ist ein Managementsystem, mit dem wir dafür sorgen, unsere Maschinen kontinuierlich energieeffizienter, medieneffizienter und umweltverträglich zu machen. Wir greifen einerseits in den Produktentstehungsprozess ein, um die Maschinen von Anfang in diesen Aspekten zu optimieren. Die andere Seite unserer Arbeit ist die Bewertung der Maschinen nach den enviro Kriterien.

Herr Gebauer, welche Rolle spielen Sie im enviro Prozess?

Gebauer: Ich bin enviro Ansprechpartner für die Fülltechnik. Als technischer Ansprechpartner stelle ich die Verbindung zu unseren Konstrukteuren her. Letztlich bin ich gemeinsam mit Frau Birk dafür verantwortlich, dass unsere Füllmaschinen nach enviro bewertet werden können.

Bei enviro tut sich derzeit ja Einiges. enviro 2.0 nennt sich das überarbeitete Konzept. Was ist daran anders als bisher?

Birk: Früher haben wir nur bestehende Einzelmaschinen bewertet nach Kriterien wie Verbrauch und Leistung. Damals war enviro einfach noch kein Instrument, das dem Vertrieb geholfen hätte, energieeffiziente Maschinen an den Kunden zu bringen. Und genau da haben wir mit enviro 2.0 angesetzt. Wir betrachten jetzt den kompletten Baukasten unserer Maschinen und fragen uns, wie wir unsere Anlagen noch effizienter und umweltschonender für den Kunden machen können. Gemeinsam mit dem zuständigen Vertriebsmitarbeiter kann der Kunde schon in der Konzeption auswählen, ob er eine enviro Variante einer Maschine haben möchte. So kann der Kunde von vornherein selbst bestimmen, inwieweit er auf Energie- und Medieneffizienz setzen will. Das führen wir jetzt sukzessive über alle Produktreihen ein.

Herr Gebauer, seit kurzem gibt es die erste Maschinen-Baureihe, die serienmäßig das enviro Siegel trägt.

Gebauer: Zunächst muss man festhalten: Serienmäßig tragen die Modulfill Maschinen das enviro Siegel noch nicht. Es müssen bestimmte Optionen erfüllt sein, damit der Modulfill das enviro Signet bekommen kann. Der Modulfill war schon immer grundsätzlich sehr gut ausgestattet, mit einem relativ hohen Maß an Energieeffizienz. Nichtsdestotrotz konnten wir an manchen Stellen, beispielsweise bei der Druckluft, noch optimieren oder bessere Alternativen einsetzen. Diese enviro Option können wir dem Kunden jetzt anbieten.

Was bringen enviro Maschinen den Kunden von Krones?

Gebauer: Beim Modulfill spart sich der Kunde zunächst auf jeden Fall einmal Druckluft, abhängig von Füllertyp natürlich. Auch Fett- und Schmiermittel brauchen diese Maschinen weniger. Speziell bei einem Bierfüller würde sich der Kunde außerdem extrem viel Wasser sparen.

Der Kunde spart also effektiv Kosten trotz des höheren Einkaufspreis für die enviro Variante?

Birk: Definitiv, ja. Es gibt dazu für jeden Maschinentyp bestimmte Prognoserechnungen. Nach spätestens zwei, drei Jahren haben die Einsparungen durch den geringeren Energie- und Medienverbrauch die Mehrkosten beim Einkauf sozusagen aufgewogen.

Haben Sie bereits ein enviro 2.0 Modell verkauft? Wie sind die Erfahrungen damit?

Birk: Ja, unseren ersten enviro 2.0 Modulfill haben wir schon verkauft. In diesem Füller sind die neusten Technologien verarbeitet, er hat also die niedrigsten Verbrauchswerte für Strom, Druckluft und Wasser, die momentan in diesem Bereich möglich sind. Die Maschine wird allerdings erst noch an den Kunden geliefert. Die Verbrauchdaten aus den eigenen Überprüfungen und Tests haben wir bereits erhoben, aber die konkreten Erfahrungen des Kunden gibt es noch nicht. Aber diese werden wir natürlich kontinuierlich einholen.

Herr Gebauer, glauben Sie, dass sich solche Nachhaltigkeitskonzepte auf Dauer auch bei denjenigen durchsetzen werden, die von der technischen Seite auf das Problem schauen?

Gebauer: Wenn ich für die Fülltechnik spreche, kann ich definitiv sagen: ja. Unsere Entwicklungsprojekte zielen fast alle in Richtung Energieeffizienz. Da wird sehr viel gearbeitet und getüftelt. Vor fünf Jahren waren nicht alle Mitarbeiter restlos überzeugt von dem Konzept. Aber sie sehen einfach, dass diese neuen Standards von den Kunden gefordert werden. Das versteht inzwischen jeder.

Soll irgendwann das komplette Produktsortiment eine enviro Plakette tragen?

Birk: Also die Idee gibt es grundsätzlich schon, ganze Anlagen und Systeme auf enviro Niveau zu stufen. Dass jemals alle Produkte das enviro Signet tragen, halte ich aber für unwahrscheinlich. Viele Kunden fordern enviro, aber einige andere sind eben noch nicht bereit, mehr Geld dafür auszugeben. Außerdem entwickeln sich die Technologien gerade bei Energie- und Umweltfragen so schnell, dass sich der Maßstab stetig verschiebt. Die Arbeit mit enviro 2.0 wird also ein dynamischer Prozess, der nie wirklich abgeschlossen ist.

 

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