3 Min. Lesezeit Warum der Carbo Classic Base ein echter Klassiker ist

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Warum der Carbo Classic Base ein echter Klassiker ist Technologie | | 09.08.2016 3 Min. Lesezeit

Bereits in meinem letzten Blog-Artikel bin ich auf die unterschiedlichen technischen Anforderungen, die an Flaschenböden gestellt werden, eingegangen.

Bezogen auf Innendruckstabilität ist der technisch anspruchsvollste Boden sicherlich der Carbo Classic Base, auch bekannt als Petaloid-Boden. Petaloid stammt dabei etymologisch aus dem Griechischen und Neulateinischen und bedeutet in seiner ursprünglichen Bedeutung „kronblättrig“. Tatsächlich hat das altgriechische Wort „penta“(= fünf) nichts mit der Wortherkunft des Petaloid-Bodens zu tun, obwohl dies wegen seiner üblich verwendeten fünf Füße oft fälschlicherweise angenommen wird.

Soweit zum einen Teil, dem Namen. Jetzt, bei der neuen Bodenbenennung, hat der Krones Petaloid-Boden nun endlich das Prädikat „Classic“ erhalten – doch warum ist das so?

Der Carbo Classic Base ist das Resultat jahrelanger Entwicklung und Optimierung von ursprünglich verwendeten Petaloid-Böden, die seit den 90er Jahren bei der Krones AG im Einsatz waren. Dabei flossen stetig gesammelte und ausgewertet Daten sowie viele Erfahrungen in die Umsetzung ein. Der Carbo Classic Base stellt im Resultat einen optimalen Kompromiss der vielseitig an ihn gestellten technischen Anforderungen dar. Diese Erfahrungswerte wurden unter anderem bei Parametern wie Standkreis-Durchmesser, Bodenhöhe, Bodenfreiheit, Füßchenanzahl und Zugband-Geometrie umgesetzt. Nachfolgende Grafik veranschaulicht diese Begriffe:

Carbo Classic Base

Kaum ein anderer Boden wird so eng mit PET-Flaschen in Verbindung gebracht wie der Carbo Classic Base. Das ist allerdings Fluch und Segen zugleich. Fluch, da unsere Kunden im Premiumsektor oftmals aus marketingtechnischen Gründen einen optisch glasähnlichen Behälter vorziehen und Petaloid-Böden diesem Anspruch mit ihrem „PET-Look“ generell eher nicht nachkommen. Segen, weil dieser Boden technisch absolut zuverlässig und daher ein echter „Klassiker“ ist. Diese technische Zuverlässigkeit resultiert aus der stetigen Weiterentwicklung unter Berücksichtigung weiterer technischer Daten und aktueller Marktanforderungen. Hierdurch kann dieser Boden weltweit in jeder Klimazone mit den entsprechenden Modifizierungen eingesetzt werden.

Zusätzlich zu seiner technischen Zuverlässigkeit bietet der Einsatz dieses Bodens für unsere Kunden auch finanzielle Vorteile, die sich unter anderem aus der Einsparung von Energie* und Material** sowie einer sehr hohen Prozesssicherheit generieren.

Der Krones Carbo Classic Base wurde aus den genannten Gründen 2008 technisch patentiert und seine geometrische Kontur mit den dazugehörigen Freiformflächen geschützt. Bastian Tißmer aus der Gruppe PET Packaging Development and Consulting war maßgeblich an der Entwicklung beteiligt und weiß deshalb bestens über die Entwicklung und die Patentierung selbst Bescheid.

Bastian, wie ging die Entwicklung des Carbo Classic Base vonstatten und wer war in diesen Prozess involviert?

Um 2007 gab es immer wieder Probleme mit den damals verwendeten Petaloid-Böden. Neue Spezifikationen, die unsere Key-Account-Kunden forderten, konnten beim Thermotest und Stress-Crack-Test nicht eingehalten werden. Dies führte dazu, dass bis zu vier Bodentassen pro Abmusterung gefertigt wurden, bis ein Boden schließlich funktionierte. Dies war natürlich extrem aufwendig. Daher wurde ein „Bodenteam“ ins Leben gerufen – bestehend aus Heiner Deyerl, Gerhard Schuster und mir – um diese Problematik zu lösen. Ein Jahr intensives Arbeiten unter höchstem Zeitdruck führte schließlich zum jetzigen Carbo Classic Base und einigen organisatorischen Veränderung, wie beispielsweise die Einführung eines Bodencodes zur eindeutigen Identifizierung und Auswertung der verwendeten Böden.

Wann und warum wurde dieser Boden patentiert?

Der Carbo Classic Base wurde zunächst als Gebrauchsmuster angemeldet, da die Entwicklung eben unter höchstem Zeitdruck stattfand. Im Jahr 2008 wurde dann das technische Patent eingetragen und 2011 veröffentlicht. Die technische Neuerung – die ja ausschlaggebend für die Zuteilung eines Patents ist – bestand darin, dass er der erste Boden war, der auf Freiformflächen basierend konstruiert wurde. Das resultiert im Gegensatz zu der vorherigen „Klötzchen-Bauweise“ in einer sehr material- und fertigungsgerechten Endgeometrie.

Warum ist der Krones Carbo Classic Base also aus deiner Sicht ein echter Klassiker?

Weil er bis heute der Standardboden für CSD-Flaschen ist und mit sehr kleinen Anpassungen bzw. Modifikationen die absolut beste Performance erreicht – auch beim richtigen Lightweighting.

 

* bei Heizung und Blasdruck

** geringeres Bodengewicht, ca. 3 g bei einer 1,5-Liter-Flasche

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