3 Min. Lesezeit „Kein Greenwashing, sondern konkrete Ergebnisse“

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„Kein Greenwashing, sondern konkrete Ergebnisse“ Technologie | | 22.02.2018 3 Min. Lesezeit

 

2008, also vor genau zehn Jahren, hat sich Krones dazu entschieden, das Nachhaltigkeitsprogramm enviro einzuführen. Dieses hat die Energie- und Medieneffizienz des Krones Produktportfolios im Fokus und erhöht die Umweltverträglichkeit der Krones Maschinen. Besonders für den Bereich CSR spielt die Nachhaltigkeit unserer Produkte eine entscheidende Rolle. Deshalb führte ich anlässlich dieses Jubiläums ein Gespräch mit Martina Birk, der enviro Beauftragten der Krones AG.

Was war in den vergangenen zehn Jahren für Sie der wichtigste Baustein im enviro Konzept?

Das Allerwichtigste ist die Idee, die dahintersteckt. Krones hat relativ früh erkannt, dass es nicht darum geht, „Greenwashing“ zu betreiben, sondern konkrete Bewertungskriterien für umwelteffiziente, ressourcenschonende Techniken und Technologien zu hinterlegen. Das ist auch der entscheidende Punkt, warum es enviro immer noch gibt.

Gab es einen Durchbruch für enviro?

Seit wir enviro unseren Kunden auch relativ einfach anbieten können. Wenn ein Kunde heute eine umweltverträgliche, energie- und mediensparende Maschine haben will, kann Krones sie ihm auf „Knopfdruck“ liefern.

Mit dem Programm wird sichergestellt, dass das enviro Siegel nur verwendet werden darf, wenn das Produkt auch nachweislich ökoeffizient ist. Was bedeutet denn Ökoeffizienz?

Wir achten nicht nur auf Energieeffizienz, sondern berücksichtigen auch den Medienverbrauch der Maschinen und Anlagen und prüfen die Umweltverträglichkeit der benötigten Einsatzstoffe. Dafür stellen wir ganz einfach alles auf den Prüfstand und messen mittels Checklisten sowie den dazugehörigen Bewertungsmaßstäben sowohl ökologische als auch ökonomische Aspekte.

Welchen konkreten Benefit haben die Kunden von enviro?

Sie bekommen Maschinen, die weniger Strom, Wasser und Druckluft verbrauchen, die die Umwelt schonen und am Ende des Tages natürlich auch die laufenden Kosten reduzieren. Nachhaltigkeit wird in den Unternehmen vermehrt als Beitrag zur Stabilisierung und Sicherung der Zukunftsfähigkeit angesehen. Nachhaltigkeit bedeutet, möglichst dauerhafte, langfristig wirtschaftliche Erträge zu erzielen, ohne die natürlichen Ressourcen auszubeuten. Dies kann nur durch Investitionen geschehen, die sich in einer gewissen Zeit rechnen. Sind diese Investitionen aber mit Mehrkosten verbunden, so muss natürlich eine Return-on-investment-Berechnung aufzeigen, ab wann sich die Investition bezahlt macht. Das Schöne daran: Ab dem Zeitpunkt der Amortisation wird täglich Geld gespart.

Was hat sich bei Krones in den zehn Jahren enviro verändert?

Die Mitarbeiter berücksichtigen den enviro Gedanken bereits bei der Entwicklung. Dadurch hat sich der Blick der Konstrukteure geschärft: enviro ist mittlerweile im allgemeinen Bewusstsein der Technik verankert. Jetzt muss es auch noch am Markt klarer werden, dass enviro kein Gimmick, also kein Zugabeartikel, ist, sondern dass die Investition in enviro zwar erstmal etwas kostet, aber eben im laufenden Betrieb auch Kosten senkt.

Wie geht es mit enviro weiter, was sind die nächsten Schritte für 2018?

Es ist geplant, dass enviro dieses Jahr auch für Gesamtlinien auswählbar sein wird. So wird es noch einfacher, unsere Kunden zu beraten. Das heißt, dass diese dann eine komplette enviro Linie mit bestmöglichen Werten in Hinblick auf Energie- und Medieneinsparung einfacher bestellen können. Ein großer Schritt in diese Richtung war die Systembetrachtung, wie zum Beispiel die Bewertung eines ganzen Sudhauses, mit der wir bereits 2016 begonnen haben.

Wir sind außerdem dabei, unsere Prognosedaten für Verbräuche zu schärfen, um die Einflüsse von speziellen Features besser zu erkennen. Der Kunde soll so auf den ersten Blick sehen können, welche positiven Auswirkungen eine Komponente hat.

Und was ist langfristig geplant?

Langfristig ist wichtig, dass wir die Energie- und Medienverbräuche weiter signifikant reduzieren, um die im Pariser Abkommen beschlossenen Klimaziele zu erreichen. Nur durch die konsequente Ausrichtung auf ressourcenschonende Anlagen – auch in Verbindung mit erneuerbaren Energien – kann Krones seinen Beitrag hierfür leisten. Und durch enviro sind wir dafür gut aufgestellt. Wir werden weiter versuchen, den Einsatz von Ressourcen zu minimieren. Das ist zum Beispiel möglich durch anlagenübergreifende Optimierungen einerseits, und andererseits durch Veränderung der Prozesse wie

  • optimierte Anbindungen an ein BHKW,
  • Energieschaukeln und Speicher,
  • Wiederverwendung von Reststoffen
  • und die Investition in neue Technologien.

Solange Themen wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen, die Klimaerwärmung, Luft- und Wasserverschmutzung oder das Artensterben nicht gelöst sind und wir nicht eine vollständig CO2-neutrale Energiebilanz aufweisen können, haben wir bei enviro auf jeden Fall noch viele Aufgaben vor uns.

Wie steht enviro im Markt?

Indem wir enviro als Managementsystem bewerten haben lassen, sind wir dem Markt einen Schritt voraus. Das ist Ansporn für uns, gezielt in diese Richtung weiterzuarbeiten. Bereits 77 Prozent unseres Produktportfolios können mit den entsprechenden Optionen die enviro Kriterien erfüllen.

Mehr Informationen über enviro sowie die Entwicklung des Nachhaltigkeitsprogramms während der letzten zehn Jahre finden Sie auf der Krones Website.

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