3 Min. Lesezeit Ein Riese für Kanada

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Ein Riese für Kanada Technologie | | 29.06.2015 3 Min. Lesezeit

Uns ist gerade einmal wieder eine Ausgabe vom Magazin 2/15 in die Hände gefallen. Und da haben wir so allerhand interessante Artikel gefunden: zum Beispiel eine Reportage über Molson Coors. Und weil wir direkt ins Schmökern gekommen sind, wollen wir diese Wiederentdeckung niemandem vorenthalten. Hier ist allerdings nur Platz für eine kleine Zusammenfassung, mehr zum Thema gibt’s im Magazinartikel.

In Kanada ist Molson Coors mit einem Marktanteil von 42 Prozent zweitgrößtes Brauereiunternehmen, knapp hinter Labatt/InBev. Molson Coors Canada unterhält insgesamt fünf Braustätten in Kanada, die größte davon ist der Standort Toronto mit einer Kapazität von fünf Millionen Hektolitern jährlich. Abgefüllt wird dort auf einer Keg-Linie, zwei Dosenlinien sowie der neuen Aluminiumflaschen-Linie. Diese Anlage lieferte Krones schlüsselfertig im Jahr 2012. Mit Aluminiumflaschen kam Molson Coors Canada damals als erste Brauerei auf den kanadischen Biermarkt. Die Linie befüllt pro Stunde 18.000 473-Milliliter-Aluminiumflaschen, die besonders durch die Wiederverschließbarkeit sowie die trinkfreundliche 38-Millimeter-Weithalsöffnung Vorteile für den Verbraucher bieten. Leistungsstärkste Anlage ist die Zwillings-Mehrweg-Glasflaschen-Linie „T5“, in die die neue Lavatec D5 Reinigungsmaschine integriert wurde.

 

Allein die Abmessungen der neuen Flaschenreinigungsmaschine sind beeindruckend. Die Maschine ist 24,6 Meter lang, 5,2 Meter hoch und mit Anbauten 11,5 Meter breit. Ihr Leergewicht beträgt 266 Tonnen, im gefüllten Zustand wiegt sie mehr als das Doppelte, 562 Tonnen. Die Lavatec wurde in elf größeren und 24 kleineren Teilkomponenten sowie 25 See-Containern mit Ausrüstung geliefert und vor Ort eingebracht. Da eine ganze Reihe von tragenden Säulen im direkten Umfeld die Aufstellung erschwerte, simulierte Krones vorher die Installation in einem 3D-CAD-System. Dies ermöglichte eine logische sequenzielle Einsetzung der einzelnen Segmente. Dafür wurden eine Seitenwand der Halle geöffnet beziehungsweise Teile über das Dach eingebracht. Eine Besonderheit war die notwendige Installation über zwei Stockwerke.

Im Kopfteil der Maschine werden die Flaschen auf einer erhöhten Ebene aufgenommen. Die Getränkereste werden in eine permanent gespülte Vorrichtung entleert und bei der Hochdruck-Vorspritzung mit Vorwärmung und Vorweiche werden Etiketten, Schmutz und Scherben entfernt. Diese Rückstände werden durch gezielte Unterlaugeschwallung mittels Axial-Propellerpumpe in den unteren Umlenkungen des Weichlaugebads aus den Flaschenzellen gespült und auf das Austrageband gelenkt. Im Kopfteil ist auch die Laugen-Rekuperation untergebracht. Nach wenigen Metern fahren die Flaschen dann in den Hauptteil der Reinigungsmaschine, der sich auf der unteren Erdgeschossebene befindet. Hier sind nacheinander vier Hauptlaugebäder als Tauchbäder mit senkrechter Schleifenführung integriert. Hinter jedem Hauptlaugebad erfolgt eine Innenspritzung. Im Fall eines Maschinenstillstands ist eine Pausenspritzung zum Benetzen der Flaschen in diesem Bereich vorgesehen, um zu verhindern, dass die Lauge antrocknet. Wenn die Flaschenzellen das letzte Hauptlaugebad verlassen, werden sie nochmals mittels Überschwallung von außen abgeduscht.

Die Lavatec D5 ist regelbar im Bereich von 45.000 bis 133.000 Behälter pro Stunde. Insgesamt bewegen sich 890 Flaschenträger mit je 74 Flaschen, zusammen also rund 50.000 Flaschen, in Stahlzellen mit Kunststoff-Mündungseinsatz durch die Maschine. Die Durchlaufzeit beträgt knapp 23 Minuten pro Behälter. Beheizt wird die Flaschenreinigungsmaschine mit Sattdampf über Plattenwärmetauscher. Dank eines recht komplexen Heizungssystems mit mehreren Wärme-Rekuperationen liegt der Wärmebedarf pro Flasche bei rund 19 Kilojoule. Der Wasserverbrauch beträgt unter 20 Kubikmeter pro Stunde, entsprechend einem Bedarf von 0,15 Litern pro Flasche. Zum Ausspülen und Desinfizieren der Bereiche Ausschub-Kopfteil, Wassernachbehandlungszonen und Nachlauge ist ein automatisches CIP-System integriert. Die Maschine ist ferner vorbereitet für eine Laugensedimentation und Laugenfiltration. Dazu sind Anschlussflansche in der Seitenwand für den Rücklauf der Sedimentation angebracht. Die Lavatec D5 reinigt eine einzige Flaschensorte, eine braune 341-Milliliter-Mehrwegflasche „AT2“.

Die gereinigten Flaschen teilen sich nach der Lavatec D5 in zwei Flaschenströme auf, die in zwei identisch aufgebaute Abfüllanlagen mit einer Leistung von 60.000 Behältern pro Stunde laufen, die Krones im Jahr 2006 schlüsselfertig installiert hatte. Für die Zwillings-Linie wurde damals eine ältere, bereits vorhandene Flaschenreinigungsmaschine integriert. „Diese Reinigungsmaschine war der Flaschenhals der Abfüllung, die Effizienz der Linie sank auf 55 Prozent“, sagt George Mellish, Business Unit Manager der Braustätte in Toronto. „Es gab zu viele Stopps, in einer Acht-Stunden-Schicht bis zu 85-mal. Jetzt ist die Etikettenablösung besser, das wirkt sich wiederum positiv auf die Leerflascheninspektion aus. So konnten wir die etikettenbedingte Ausleitrate an den zwei Leerflascheninspektoren von 0,6 Prozent auf null senken. Mit der Krones Reinigungsmaschine liegen wir bei nur noch 17 Stopps pro Schicht, eine sehr gute Kennzahl für Mehrwegflaschen. Früher hatten wir zu viele Wartungen und Reparaturen, wir mussten die Maschine zu häufig reinigen, um den mikrobiologischen Standard zu erhalten. Linieneffizienz, Betriebskosten und Sicherheitsfragen waren die drei wesentlichen Gründe für den Entschluss, die Reinigungsmaschine auszutauschen. Ich bin ziemlich glücklich damit, auch die Mitarbeiter lieben sie, weil sie technisch auf dem neuesten Stand der Entwicklung und einfach zu bedienen ist“, bekennt George Mellish.

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