3 Min. Lesezeit Drei Generationen Contiform: Ein Rückblick

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Drei Generationen Contiform: Ein Rückblick Technologie | | 29.09.2017 3 Min. Lesezeit

1997 in Neutraubling: Eine Handvoll Kollegen bekommen einen Auftrag, der für Krones so visionär ist, dass sie zunächst einmal belächelt werden.

So begann die Geschichte der Contiform. Mit im Team war von Anfang an Gerhard Schuster, sehr bald kam Heiner Deyerl als erfahrener Service-Mitarbeiter mit zur Gruppe – und natürlich waren im Laufe der Zeit noch sehr viel mehr Kollegen an der Erfolgsgeschichte beteiligt. Gerhard Schuster und Heiner Deyerl arbeiten auch heute noch bei Krones und denken gerne an diese Zeit zurück: „Zuerst wurden wir noch belächelt, so neu war die Idee. Rückblickend ist es heute unglaublich zu sehen, wie diese Entscheidung die Branche weltweit beeinflusst hat!“

Bis in die 1990er Jahre war der PET-Markt nämlich weder für Krones, noch für die Konkurrenz besonders interessant – Krones hatte deshalb keine eigene Lösung für das Blasen von PET-Flaschen. Dann erkannte Volker Kronseder das Potenzial des Wachstumsmarkts und gab den Bau der ersten Streckblasmaschine in Auftrag – zunächst unter eher skeptischen Blicken. Innerhalb von neuneinhalb Wochen entstand ein Prototyp, der auf der drinktec 1997 erstmals vorgestellt wurde. Um Platz zu sparen arbeitete die Maschine in zwei Ebenen: Oben wurden die Preforms erwärmt, im unteren Stockwerk dann geblasen. „Da konnte man noch zuschauen“, erzählt Gerhard Schuster schmunzelnd, „so langsam ist die Maschine gelaufen.“ Auch in Sachen Qualität war dieser erste Prototyp längst nicht das Nonplusultra – aber das sollte sich schnell ändern. Es dauerte nicht lange, bis die positiven Rückmeldungen der großen Softdrink-Abfüller die Entscheidung Volker Kronseders bestätigten: Die neue Technologie war der Beginn einer Ära – und Krones konnte nun komplette PET-Linien anbieten.

 

Nach und nach entwickelte sich in der Branche ein harter Wettbewerb in Sachen Produktionsgeschwindigkeit, Lieferzeit und Platzbedarf. Es war Zeit für eine zweite Generation: Mit einer deutlich erhöhten Leistung stand das erste Exemplar der Contiform 2 auf der drinktec 2001. Auch ohne technisches Wissen fällt sofort auf, dass der neue Maschinentyp anders aufgebaut ist: Anstelle der bisherigen zwei Stockwerke hat die Contiform 2 nur noch eine Ebene, die aus den beiden Modulen Blasrad und Ofen besteht. „Diese veränderte Bauweise war nötig, um schneller werden zu können“, erklärt Gerhard Schuster. „Zum einen wurde das Handling der Preforms und Flaschen leichter – sie mussten nicht mehr so oft gewendet und umgelenkt werden, sondern sind auf einer Ebene durch die Maschine gelaufen. Außerdem konnten wir die Leistung der Anlage nur mit einem größeren Heizrad steigern – die Preforms laufen zwar schneller, müssen aber ja trotzdem genau so lange erhitzt werden wie vorher. Das wäre auf zwei Ebenen nicht gegangen, da hätte die Maschine wie ein Schwammerl ausgeschaut.“ In dieser Ausführung wurde die Contiform weit über 1.000 Mal verkauft und entwickelte sich zum Bestseller. Trotz aller Beliebtheit und Zuverlässigkeit gab es aber noch Luft nach oben – unter anderem bei der Heißabfüllung, die die Aluminium-Formträger an ihre Grenzen brachte.

Für die Contiform 3 stiegen die Entwickler deshalb auf Stahl-Formträger um, die belastbarer und resistenter gegenüber Hitze sind. Außerdem ist die Maschine noch schneller als ihre Vorgängerin: „Die Contiform 3 ist unser Rennpferd – die größte Maschine schafft ganze 81.000 Flaschen in der Stunde!“, erzählt Gerhard Schuster.

2015 bekam diese bei Kunden und Technikern anerkannte dritte Generation der Contiform ein Upgrade: Sie wurde zur Contiform 3 Pro. Mit dieser Entwicklung hatten Gerhard Schuster und Heiner Deyerl aber nicht mehr viel zu tun – denn sie arbeiten mittlerweile in anderen Bereichen der Kunststofftechnik. Gerhard Schuster sorgt mit seinen Erfahrungen aus der Entwicklung inzwischen als Qualitätsbeauftragter für Blasformen dafür, dass die geblasenen Flaschen den Vorstellungen der Kunden entsprechen. Dabei helfen ihm vor allem seine Erfahrungen, die er in den vergangenen Jahren direkt bei verschiedenen Kunden gesammelt hat: „Man bekommt einfach die Kundenwünsche und -meinungen hautnah und ungefiltert mit – das ist viel wert wenn es darum geht, Anlagen für den Kunden zu optimieren.“ Und er betont bei der Gelegenheit, dass sich die Contiform als Produktionsmaschine vom restlichen Krones Portfolio abhebt: „In der Streckblastechnik produziert Krones ja wirklich ein Produkt des Kunden, also das, was der Kunde letztendlich verkauft!“ Und auch Heiner Deyerl hat sich der Qualitätssicherung verschrieben: Seit 2014 kümmert er sich um die Bearbeitung von Reklamationen.

Während die beiden die Geschichte der Contiform erzählen, kommen sie immer wieder auf eine Erinnerung zurück: „Gerade in der ersten Zeit der Entwicklung war der Zusammenhalt im Team und im gesamten Unternehmen unglaublich! Gerade durch die Kollegen in der Fertigung wurden wir enorm unterstützt – anders wäre das nicht gegangen!“ Nicht zuletzt wegen dieser Erinnerungen an die gute Zusammenarbeit fühlen sich die beiden der Contiform wohl nach wie vor so verbunden.

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