2 Min. Lesezeit Das brauende Kraftwerk

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Das brauende Kraftwerk Technologie | | 05.03.2018 2 Min. Lesezeit

Wer Krones kennt oder in letzter Zeit aufmerksam den Blog gelesen hat, dem ist enviro ein Begriff. Alle Neueinsteiger finden in meinem letzten Blogartikel einen Überblick zum Krones Nachhaltigkeitsprogramm. Wie versprochen habe ich mir jetzt von meinem Kollegen Dr. Ralph Schneid mehr erzählen lassen zu einem absoluten Highlight der Energie-Effizienz: Brewnomic, bereits bekannt als Brewery of the Future.

Der Name Brewnomic steht für eine energetisch autarke Brauerei – welches Grundprinzip steckt dahinter?

In Brauereien fallen energetisch wertvolle Reststoffe an – beispielsweise Malzstaub, Treber, Hefe und Abwasser, welche in einer Biogasanlage zu Methan umgesetzt werden können. Ein Blockheizkraftwerk wandelt dieses Methan dann zu Wärme und Strom um. Damit wird die komplette Brauerei inklusive aller notwendigen Nebengewerke versorgt. Eine Brauerei, die nach dem Brewnomic Prinzip aufgebaut ist, kann sogar einen Wärme- und Strom-Überschuss an externe Verbraucher abgeben. Wir haben also faktisch ein brauendes Kraftwerk realisiert.

Schon seit längerem setzt Krones bei seinen Kunden die Energieschaukel EquiTherm um. Inwiefern ist Brewnomic die konsequente Weiterentwicklung dieses Ansatzes?

Brewnomic ist die konsequente Weiterentwicklung der Steinecker Brau-Prozesstechnik-Lösungen – und damit natürlich auch von EquiTherm und der Niedertemperaturbrauerei. Im Werk Steinecker wird schon seit sehr langer Zeit das Thema Energie- und Ressourcenschonung priorisiert, was zahlreiche Auszeichnungen belegen. Nun haben wir alle unsere Produkte in einer Anlage kombiniert und auch über den Tellerrand geblickt. Im Zusammenspiel mit Innovationen aus dem Abfüll- und Verpackungsbereich – Stichwort: warmes Abfüllen – konnten wir so die energetische Autarkie erreichen. Die enge Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen bei Krones hat auch zu einigen Patentanmeldungen geführt.

Für welchen Leistungsbereich ist das Konzept interessant?

Der Leistungsbereich spielt prinzipiell keine Rolle – aber je größer die Brauerei, desto schneller wird sich die Investition amortisieren. Das Tolle an Brewnomic ist aber, dass es sich aus vielen kleinen Puzzlestücken zusammensetzt, die auch in bestehenden Betrieben nachgerüstet werden können. Somit lässt sich immer mal wieder eine Neuerung implementieren, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren und Betriebskosten zu senken.

Wurde das Konzept schon bei einem Krones Kunden umgesetzt?

Nein. Es gibt viele Brauereien, welche Teile der Lösung umgesetzt haben. Aber es gibt aktuell noch keine komplette Ausprägung. Das liegt auch daran, dass einige wenige Komponenten noch nicht fertig entwickelt sind.

Auf der drinktec 2017 wurde Brewnomic erstmals im großen Rahmen vorgestellt – damals noch unter dem Namen Brewery of the Future. Welche Entwicklungen gab es seitdem?

Das Feedback war äußerst positiv – von der kleinen mittelständischen Brauerei bis hin zum Großkonzern wurde das Konzept gut angenommen. Wir haben auch bereits ein konkretes Projekt, bei dem eine Brewnomic Gesamtbrauerei angeboten wird. Des Weiteren haben wir beim Dena-Kongress in Berlin den Publikumspreis des Energy Efficiency Awards gewonnen, ein Beleg für uns, dass wir unsere Entwicklungen mit dem richtigen Fokus betreiben.

Wenn sich eine Brauerei entscheidet, Brewnomic komplett umzusetzen – was ändert sich dann konkret für den Brauer in seiner Arbeit?

Es wird nur eine, aber dafür gravierende Änderung erfolgen: Soll das Konzept der energetisch autarken und CO2-neutralen Brauerei aufgehen, so muss die Brauerei sieben Tage die Woche produzieren. Dies ist in vielen Ländern der Welt längst Alltag, andernorts werden wir aber wohl auf gedämpfte Euphorie stoßen. Dem kann man durch Automatisierung und Arbeitspläne entgegenwirken, aber komplett freie Sonntage wird es nicht geben können.

Abschließend noch ein Blick in die Zukunft: Zeigt die Lösung, in welche Richtung die Reise allgemein geht?

Brewnomic zeigt, was möglich ist. Unsere Kunden und wir alle als Konsumenten entscheiden letztendlich, was kommen wird. Aber ich glaube, mittlerweile ist einem jeden bewusst, dass wir mit unseren Ressourcen nicht so wie bisher weitermachen können.

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