2 Min. Lesezeit Auf neuen Wegen ins Glück

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Auf neuen Wegen ins Glück Technologie | | 10.05.2013 2 Min. Lesezeit

In der Gascogne wird traditionell Armagnac gebrannt – bereits 1461 wurde das Brennen erstmals urkundlich erwähnt. Auch auf dem Weingut Domaine du Tariquet brennt die Familie Grassa den beliebten Weinbrand. 1982 stockt der Markt für Armagnac. Doch die Familie glaubt weiter fest an den edlen Brand, produziert mehr und versucht ihn zu vermarkten. Bald erweist sich die jahrelange Lagerdauer als Problem, weil sie zwischenfinanziert werden will. Sie treffen, allen voran Yves Grassa, eine risikoreiche, aber einschneidende Entscheidung: Fortan will er neben Armagnac auch Weißwein produzieren. Der erste Wein, der Classic, entsteht erstmals nur mit den für Armagnac genutzten Rebsorten Ugni Blanc und Colombard. Und Yves zeigt noch mehr Mut: Er verstößt gegen alle Regeln der herkömmlichen Weißweinbereitung, wagt es, in der Region nur wenig geschätzte Rebsorten wie Chardonnay, Sauvignon oder Chenin anzupflanzen und – noch schlimmer – er mischt die Weine in der Assemblage.

Er kombiniert diese Sorten wie auch Sémillon und die regionale Rebe Gros Manseng zu unkonventionellen Weinen, die an harmonischer Eigenständigkeit schwer zu überbieten sind. Sein Ziel sind Fruchtigkeit, Frische, Feinheit und Eleganz als Geschmackskonstante. Tariquet ist zu jenem Zeitpunkt das erste Weingut, das Wein aus der Gascogne in Flaschen abfüllt. Und tatsächlich, es gelingt. Yves Grassa wird als „Winemaker of the year“ ausgezeichnet. 2007 zieht sich der überaus geschätzte gascognische Weinbereiter im Alter von 56 Jahren vollständig aus dem Weingeschäft zurück, um fortan in Rumänien Getreide anzubauen. Er übergibt seinen Teil des Weinguts, an dem nach wie vor seine Schwester Maïté beteiligt ist, an seine beiden Söhne Armin (heute 36) und Rémy (35) mit den Worten: „Junge Bäume gedeihen nicht sehr gut im Schatten von alten. Geht euren eigenen Weg.“

Die zwei Brüder, beide haben jeweils Agrarwissenschaft mit Schwerpunkt auf Önologie studiert, legen allergrößten Wert auf sehr qualitativen Anbau und Verarbeitung der Weine. „Für die Produktion, die Frische und aromatische Intensität halten wir unsere Weinberge in einem Altersdurchschnitt von 15 bis 25 Jahren“, so Armin Grassa. Sechs Erntemaschinen entfernen automatisch Stängel und Blätter, bei den Pressen kommen nur Trauben und Saft an. „Weißwein braucht so wenig wie möglich Bewegung und Oxidation“, sagt Armin Grassa weiter.

Als Yves Grassa 1982 begann, Weißwein zu vermarkten, hatte er genau zwei Abnehmer: einen Großkunden in England und einen in Amerika. Heute ist der Export auf die britische Insel marginal. Den größten Markt stellt heute das Inland, Frankreich, dar, wo mehr als die Hälfte des Absatzes konsumiert wird. Dann folgt Norwegen, wo Tariquet alleine 800.000 Flaschen verkauft. Stark ist ebenfalls der Export in die anderen skandinavischen Länder, aber auch in die USA, Kanada und nach Deutschland.

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