3 Min. Lesezeit Wenn der Himmel auf Erden zur Hölle wird: Das hat kein Bier verdient

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Wenn der Himmel auf Erden zur Hölle wird: Das hat kein Bier verdient Menschen | | 27.02.2015 3 Min. Lesezeit

Ich sitze in meiner Lieblingskneipe und trotzdem bin ich irgendwie unzufrieden. Gerade ist ein frisches Bier an meinen Tisch gekommen, ich bin umgeben von Freunden und bekannten Stammgästen und der Fernseher in der Ecke zeigt das Freitagabends-Feierabend-Bundesligaspiel. Und trotzdem könnte ich glatt grantig werden, wenn ich mir das Helle anschaue, das vor mir steht. Denn ein solches Schicksal hat ganz sicher kein Bier verdient. Von Schaum kann nicht mehr die Rede sein – das Wort Krone wäre hier völlig fehl am Platz – und dennoch reicht die goldgelbe Flüssigkeit nicht einmal annähernd an den Eichstrich heran. Fast traurig schaut es aus, das schlecht eingeschenkte Helle. Am liebsten würde ich aufstehen, zur Bar gehen, und dem scheinbar neuen Barkeeper erklären, wie man einen Zapfhahn angemessen behandelt. Aus der Ferne sehe ich, wie er sichtlich angestrengt mit Gläsern und Flaschen hantiert und hinter dem Tresen eine regelrechte Überschwemmung anrichtet.

Und dabei ist Bier einschenken nun wirklich kein Ding der Unmöglichkeit. Weil es aber scheinbar doch (auch in Bayern) keine selbstverständliche Kernkompetenz ist, will ich hier versuchen, Abhilfe zu schaffen.

 

Übung Nr. 1: Einschenken aus der FlascheDunkles

Besonders interessant beim Einschenken von Weißbier

Man nehme:

  • eine Flasche Bier (zum Beispiel Weißbier)
  • ein passendes (!) Glas
  • einen Flaschenöffner

Glas ausspülen: Der Weizenstutzen muss sauber sein. Und zwar richtig sauber. Deswegen am besten das Glas direkt vor dem Einschenken noch einmal mit kaltem, klaren Wasser durchspülen, damit sich anschließend ein schöner Schaum bilden kann.

Glas schräg halten: Während man das Glas im ca. 45°-Winkel hält, stülpt man die Flasche kopfüber hinein.

Bier am Glas entlang laufen lassen: Die Weizenflasche dann langsam im Glas hochziehen, sodass sie immer ein kleines Stück über dem Bierpegel ist. Dabei am Besten das Bier am Glas entlang laufen lassen, dann schäumt es nicht so viel. Dabei gleichzeitig (Achtung: Koordinationsübung!) das Glas langsam aufrichten. Dabei sammelt sich dann langsam Schaum.

Hefe aufschütteln: Bei Weißbieren den letzten Schluck in der Flasche aufschütteln, um die Hefe vom Flaschenboden zu lösen.

Schaumkrone aufsetzen: Mit dem letzten Bier aus der Flasche dem Ganzen die Krone aufsetzen.

Gar nicht so schwer? Na also! Dann ist es jetzt Zeit für die zweite Aufgabe:
Helles

Übung Nr. 2: Einschenken vom Fass

Sogar noch leichter und mit nur wenigen bierspezifischen Unterschieden.

Man nehme:

  • eine betriebsbereite Zapfanlage
  • ein bereits angezapftes Fass Bier nach Wahl
  • ein passendes (!) Glas

Glas ausspülen: Auch hier sollte das Glas möglichst sauber und frisch mit kaltem Wasser durchgespült sein.

Glas schräg halten: Das Glas im ca. 45°-Winkel unter den Zapfhahn halten.

Bier am Glas entlang laufen lassen: Den Zapfhahn ganz nach vorne ziehen und das Bier am Glas entlang laufen lassen. Dabei intuitiv das Glas aufrichten, ansonsten läuft der gute Hopfensaft früher oder später Wasserfallartig aus dem Glas.

Bierfluss regulieren: Wenn das Bier in einem Schwall Schaum aus dem Zapfhahn schießt, oder aber nur leise herauströpfelt, ist es an der Zeit einzugreifen. Die Fließgeschwindigkeit des Bieres wird direkt am Zapfhahn eingestellt, bis die goldene Mitte erreicht ist.

Schaumkrone aufsetzen: Kurz bevor der Eichstrich erreicht ist wird die Schaumkrone vollendet. Dazu das Glas leicht nach unten (vom Zapfhahn weg) senken. Durch die größere Fallhöhe sammelt sich jetzt mehr Schaum im Glas – aber Achtung: Hier braucht es ein wenig Übung, der Schaum „wächst“ nämlich auch noch, wenn schon kein neues Bier mehr ins Glas plätschert. Also lieber erst einmal vorsichtig sein und dann gegebenenfalls nachjustieren.

 

So schnell kann das gehen:

 

Und schon ist des vollbracht – ein ordentlich eingeschenktes, genussbereites Bier.

Prost!

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