4 Min. Lesezeit Weltmeister Thomas Kerner - Power im Sport und im Job

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Weltmeister Thomas Kerner – Power im Sport und im Job Menschen | | 29.08.2014 4 Min. Lesezeit

Thomas Kerner arbeitet bei Krones und ist Weltmeister. Egal, ob im Job oder im Sport – für ihn gibt es nur ein Motto: „Vollgas!“ Mit Erfolg: Vor Kurzem verteidigte er seinen WM-Titel im Cross-Triathlon, schloss sein Studium zum Maschinenbautechniker ab, wechselte den Job innerhalb der Firma und engagierte sich ehrenamtlich im Heimatverein. Wir haben uns mit Thomas Kerner über Sport, Job und Freizeit unterhalten.

Weltmeister! Glückwunsch! Wie fühlt man sich mit diesem Titel?

Die direkte Verteidigung des Titels hat mir enorm viel bedeutet, dementsprechend gut fühle ich mich derzeit. Vor allem, weil viele es erwartet haben, aber – gerade im Cross-Triathlon  – nichts vorhersehbar ist. Aber die Saison ist noch nicht zu Ende und der Fokus liegt jetzt schon auf Maui / Hawaii, wo das XTERRA Weltcup-Finale im Oktober stattfindet.

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Wenn du die letzten Monate Revue passieren lässt, was hat sich da so alles bei dir getan?

Sportlich hab ich mich sicherlich, dank des intensivierten Schwimmtrainings, weiterentwickelt. Dank eines gesunden und unfallfreien Jahres konnte ich auch insgesamt einen Zahn zulegen und rücke immer näher an die Weltspitze.
Beruflich habe ich nach erfolgreichem Abschluss meines Maschinenbau-Technikers innerhalb der Krones AG gewechselt. Die neue Aufgabe in Neutraubling sehe ich als Herausforderung und werde sie genauso, wie im Sport, ehrgeizig und zielstrebig angehen. Meine Kollegen und mein Chef unterstützen mich sowohl im neuen Aufgabengebiet als auch in Hinblick auf meine sportlichen Ziele, sodass es Spaß macht zu arbeiten und zu sporteln.

Triathlon ist ein sehr zeitaufwändiger Sport. Das ist beim Cross-Triathlon sicherlich nicht anders. Wie sieht ein typischer Arbeitstag im Leben des Thomas Kerner aus?

Seitdem ich in Neutraubling beschäftigt bin und von der Schicht gewechselt habe, hat sich jetzt natürlich ein ganz anderer Tagesablauf entwickelt. Wenn ich mit dem Auto in die Arbeit fahre, versuche ich zwischen 6 Uhr und 6:30 Uhr in der Arbeit zu sein. Im Sommer war ich somit meistens um spätestens 16 Uhr zu Hause. Wo es dann gleich aufs Rad, zum Laufen oder eben Schwimmen geht. Steht auf dem Mountainbike oder Rennrad eine längere Einheit an, dann wird schon mal drei bis vier Stunden gefahren. Meistens kombiniert man aber zwei der drei Sportarten und trainiert jeweils eineinhalb bis zwei Stunden z.B. Laufen und Schwimmen. Tatsächlich heim kommt man dann erst abends gegen 20:30 Uhr, wo man sich dann auch mal nach 18 Uhr Kohlenhydrate gönnen darf 😉

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Ein bisschen entspannter wird es, wenn ich mit dem Rad in die Arbeit fahre. Die 50km am frühen Morgen haben einen echten Aufwach-Effekt. Nach der Dusche fühlt man sich frisch, vital und bereit für die Arbeit. Am Nachhauseweg hofft man dann, dass der Gegenwind nicht allzu groß ist. Je nach Lust und Laune und wen man auf dem Radweg trifft, variieren dann die Tageskilometer zwischen 100 und 130km. Die Stunde, welche man normalerweise im Auto verbringt wird somit sinnvoll genutzt. Leider muss bei so einer langen Anreise mit dem Rad (1h 20-25min) die Wettervorhersage stimmen und das Wetter passen. Am Abend runden dann noch ein paar Stabilisations- und Kraftübungen vorm Fernseher den Trainingstag ab.

Im Winter werde ich – in Absprache mit meinen Chef, der auch hinter meinen Leistungssport steht – vernünftig und verantwortungsbewusst die flexiblen Pausenzeiten nutzen und das ein oder andere Mal mittags zum Laufen, Biken oder Schwimmen gehen. Um dann abends in der Schwimmhalle, daheim auf dem Ergometer oder im Fitnessstudio eine zweite Einheit anzuhängen.

Jetzt hast du deinen Titel erfolgreich verteidigt. Was motiviert dich weiter zu machen?

Ganz klar: der Spaß . Ich habe so viele neue Freunde im Cross-Triathlon-Zirkus kennengelernt, mit denen es unheimlich viel Spaß macht, gemeinsam zu racen und auch gemeinsam zu reisen. Von meinen Trainingskollegen, mit denen jedes Training Spaß macht mal ganz zu schweigen.

Wie oft trainierst du und welchen Einfluss hat dein Trainer?

Ich trainiere 6 mal in der Woche bis zu 12 Einheiten. Täglich fallen da zwischen 3-4h für den Sport an. Ich vertraue meinem Trainer Franz Pretzl blind, er weiß genau was wann für mich gut ist und deswegen trainiere ich nicht nach Plan, sondern in fast täglicher Absprache. Er hat bestimmt einen groben Plan in der Tasche, aber es ist wichtig nach Gefühl zu trainieren. Nicht jeder Tag ist gleich und nicht an jedem Tag ist ein Tempotraining oder hartes Training sinnvoll.

Job und Sport. Bleibt da überhaupt noch Zeit für „Freizeit“?

Na, klar! Ich versuche meinen Mitmenschen was vom Sport mitzugeben. So bin ich ehrenamtlich bei meinem Heimatverein z.B. als Mountainbike Trainer für unsere Kids tätig oder wir organisieren Fahrtechnik-Kurse für Jedermann. Daneben versucht man auch ein bisschen Öffentlichkeitsarbeit zu machen und ich stehe regelmäßig in engem Kontakt zu meinen Sponsoren.

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Wie schaut es denn mit Sponsoren aus?

Meine beiden Hauptsponsoren stammen hier aus der Region und ich bin stolz und froh unsere gemeinsamen Werte nach außen hin zu repräsentieren. Vor allem bei der Familienbrauerei Jacob musste ich mich natürlich erst versichern, ob KRONES Maschinen in der Produktion vorhanden sind. Als Athlet ist man ja auch irgendwo Repräsentant des Unternehmens und kein Geschäftspartner. Jedoch decken diese nur einen kleinen Teil des jährlich Budgets ab, so dass ich immer noch Unterstützung brauchen kann.

Was sind deine nächsten Ziele und was liegt in der Zukunft ?

Ich hoffe natürlich, dass es erst mal so bleibt. Vor allem gesundheitlich. Wenn das alles passt, wäre es natürlich ein Traum in den nächsten Jahren im Europa-Cup, vielleicht sogar als Profi die bayerischen Farben zu repräsentieren.

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Was sagen eigentlich deine Kollegen bei Krones zum „Superman“ Thomas Kerner?

Meine Arbeitskollegen hielten mich schon von Anfang an für verrückt. Natürlich im positiven Sinne. Scheinbar eilte mir mein Weltmeistertitel voraus. Aber auch Respekt und Anerkennung für meine erbrachten Ausdauerleistungen erhalte ich von ihnen und es ist doch schön, wenn sich die Arbeitskollegen für die Ergebnisse am vergangenen Wochenende interessieren.
Und doch muss ich sagen, dass diese Leistungen ein Gesamtgefüge aus vielen einzelnen Faktoren sind. Dies wäre alles nicht möglich, wenn in der Gruppe kein Teamgeist herrschen würde und nicht jeder für den anderen da wäre.

 

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