3 Min. Lesezeit Vom Küchentisch in die Welt: Der Standort Neutraubling

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Vom Küchentisch in die Welt: Der Standort Neutraubling Menschen | | 06.07.2015 3 Min. Lesezeit

Es war einmal ein kleines Haus an der Berliner Straße im bayerischen Neutraubling. Da lebte eine Familie, die mittlerweile vielerorts bekannt ist. Denn diese Familie – und sehr viele fleißige Mitarbeiter – sind der Grund, warum im ehemaligen Vorgarten dieses Hauses über die Jahre ein weltweit erfolgreiches Unternehmen gewachsen ist.

Aber alles der Reihe nach. In besagtem Haus lebte Anfang der 1950er Jahre Hermann Kronseder mit seiner Familie. Der wollte etwas Eigenes gründen und selbstständig sein, sodass er 1951 eine Firma gründete: den „Handwerksbetrieb für Elektromaschinenbau“. Die erste Maschine, die kurz darauf in der einfachen Werkstatt neben dem Wohnhaus hergestellt wurde, war dann eine halbautomatische Etikettiermaschine – konstruiert und geplant auf dem Kronsederschen Küchentisch.

Zu dieser Zeit, 1952, musste dann auch ein Firmenname her – schließlich wollte man gleich einen bleibenden Eindruck hinterlassen auf dem Markt. Und so wurde aus Kronseder kurzerhand Krones, ein „K“ mit Zahnradsegment wurde zum Markenzeichen. Das kam gut an bei den Brauereien, genau wie die Modelle St 1500 und Piccolo, die den Markt der halbautomatischen Etikettiermaschinen eroberten. Die Krones Technologien waren sogar so beliebt, dass es schon 1956 die nächsten Neuerungen gab: Die vollautomatische Etikettierung von stehenden Flaschen – eine echte Sensation! Es war also nicht mehr notwendig, die Flaschen mit der Hand in den Etikettierer zu legen, was den gesamten Prozess deutlich einfacher und effektiver machte.

 

Aber damit nicht genug. Nur drei Jahre später wurde das Sortiment um Ein- und Auspackmaschinen erweitert, kurz darauf kam auch noch der Stapelmax, ein Stapler für Getränkekisten, dazu. Und es ging weiter. Immer wieder kamen Weiterentwicklungen, neue Technologien und neue Vertriebskontakte dazu – schon ab 1961, zehn Jahre nach der Gründung, wurde ins Ausland exportiert.

Da wundert es kaum, dass Küchentisch und Werkstatt-Schuppen bald zu klein wurden. Es war also an der Zeit für eine Vergrößerung: Nach einigen Jahren wurden eine größere Werkstatt und Büroflächen gebaut, sodass das Firmengelände Anfang der 1960er Jahre so aussah wie im Bild unten.

Im Foto verläuft quer die Böhmerwaldstraße, die in der rechten Bildhälfte von der Berliner Straße gekreuzt wird. Oben rechts ist das Haus Hermann Kronseders zu sehen, links schließen sich die Werkstatt-Halle und daran die weißen Verwaltungsgebäude an. Größer war sie damals nicht, die Firma Krones – nur das rechteckige Grundstück an der Kreuzung Berliner Straße und Böhmerwaldstraße in Neutraubling.

Weil aber immer mehr Märkte erschlossen wurden und immer mehr Maschinen entwickelt wurden, reichte auch das bald nicht mehr. Zu Beginn der 80er wurde das Werk in Neutraubling um ganze 3000 m2 erweitert, zugleich wurde die Hermann Kronseder Maschinenfabrik GmbH & Co KG zur Krones AG.

1996 änderte sich dann wieder einiges: Volker Kronseder, der älteste Sohn des Firmengründers, übernahm den Vorstandsvorsitz des mittlerweile internationalen Unternehmens. Und noch im gleichen Jahr entdeckte die Krones AG das Internet als neue Kommunikationsmöglichkeit für sich.

Im 2007 aufgenommenen Bild ist ein aktuellerer Blick auf das Werksgelände zu sehen – inklusive der 2006 gebauten Hallen des Montagezentrums für Fülltechnik. Der erste, 2008 fertiggestellte Bauabschnitt des neuen Hauptgebäudes war damals allerdings noch in Bau, der zweite Bauabschnitt noch nicht begonnen. Endgültig fertiggestellt war das gesamte Gebäude dann im Oktober 2010.

Auch hier verläuft die Berliner Straße längs durchs Bild, vor dem abgerundeten, gelben Gebäude kreuzt sie die Böhmerwaldstraße. Von beiden Straßen liegt jedoch ein Teil hinter der Pforte und gehört zum Betriebsgelände.

Im Neutraublinger Werk befinden sich derzeit nicht nur die Hauptverwaltung und ein Füll- und Etikettiertechnikum, sondern auch die Konstruktion, der Vertrieb und die Montage für Maschinen und Anlagen zur Produktabfüllung und -ausstattung sowie der Bereich Prozesstechnik Softdrinks und Milch.

Es hat sich also einiges geändert auf dem Gelände in Neutraublings Westen. Aber während sich Firmenlogo, Mitarbeiterzahl und Werksgröße verändert haben, ist auch einiges gleich geblieben: Da wären beispielsweise die Überzeugung, dass sich jedes Problem lösen lässt, die bewährte Präzision bis ins kleinste Detail, die gelebte Nähe zum Kunden und nicht zuletzt die hemdsärmelige Tatkräftigkeit der Kronesen. Also all das, was Krones eigentlich ausmacht.

Neutraubling ist aber natürlich längst nicht alles, was die Krones AG ausmacht. Deswegen werden wir in den nächsten Wochen und Monaten auch über verschiedene andere Standorte berichten – Sie finden, Ihr Standort wäre auch eine Geschichte wert? Dann lassen Sie uns das doch einfach wissen!

 

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Sylvia am 29. Juli 2015

Solche alten Geschichten sind immer wieder schön zu lesen und alte Fotos sind klasse! Eine Bilder-Zeitreise in die 1960er und 70er Jahre würde ich mir wünschen. Liebe Grüße, Sylvia

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