6 Min. Lesezeit Mit dem Experten auf Entdeckungstour

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Mit dem Experten auf Entdeckungstour Menschen | | 30.05.2016 6 Min. Lesezeit

 

In den ersten Wochen meines Praktikums bei Krones durfte ich zusammen mit ca. zwanzig weiteren Praktikanten an einer Führung durch das Werksgelände in Neutraubling teilnehmen. Mit Udo Weusthoff hatten wir einen sympathischen und kompetenten Führungsleiter, der uns „Neulingen“ alles Wissenswerte rund um Konzern, Standort, Maschinen, usw. auf anschauliche und interessante Weise erklärte. Nach jahrzehntelanger Tätigkeit bei der Krones AG ist er nun selbst im wohlverdienten Ruhestand noch mit Konzern und Kollegen verbunden – und zwar als engagierter Werksführer. Das hat mich neugierig werden lassen und ich habe mal bei Herrn Weusthoff über damalige und jetzige Arbeit, Führungen und vieles mehr nachgefragt …

In welcher Funktion waren Sie bei Krones tätig, bevor Sie nach Ihrer Pensionierung die Werksführungen übernommen haben?

Ich bin 1990 zu Krones gekommen und habe die Abteilung „Anlagenprojekte“ mitaufgebaut. Sieben Jahre lang war ich an vielen technischen Projekten beteiligt. 2007 wurde mir dann eine neue Aufgabe zuteil, ich arbeitete als Gebietsverkaufsleiter für Skandinavien (Krones Nordic) und für Großbritannien und Irland (Krones UK).

Wie lange haben Sie bei der Krones AG gearbeitet?

Aktiv waren es fast 24 Jahre. Ab August 2013 ging ich in die passive Altersteilzeit und war somit noch bis zur Pensionierung im November 2015 bei Krones tätig. 

Hat sich in den letzten Jahren viel geändert?

Ja, ich bin schon der Meinung, dass sich vor allem im internen Prozessablauf innerhalb der Firma Krones gewaltig viel getan hat – und zwar in allen Belangen. Das hängt natürlich auch mit Änderungen im Vorstand, Führungsstil und mit vielen anderen Komponenten zusammen. Das sage ich jetzt ohne jede positive oder negative Wertung. Da wird mir niemand widersprechen, dass das eben ganz natürlich und irgendwie auch logisch ist. Ein Unternehmen lebt von Veränderungen. Veränderungen im technischen Bereich beispielsweise. Betrachten wir einmal die Maschinen: Es kommen immer neue dazu, Mechanik und Elektronik ändern und entwickeln sich dabei ständig weiter, die internen und externen Montagen sind stets im Wandel, ebenso deren Abläufe, usw.

Aber auch im Vertriebsbereich gibt es zahlreiche Neuerungen und Umwandlungen. Ohne dabei jetzt weiter ins Detail zu gehen fällt mir hier spontan die neue Art der Angebots- und Auftragsbearbeitung mittels SAP ein. Ganz klar weht mit der Einführung somit auch in den administrativen Gebieten ein neuer Wind.

Wie lange gibt es die Werksführungen jetzt schon?

Seit ungefähr sechs Jahren für Mitarbeiter und deren Angehörige.

Wie oft machen Sie Werksführungen?

Das kann man so pauschal nicht sagen. Ich habe jedenfalls keine fixe Anzahl – mit Ausnahme der monatlichen Mitarbeiterführungen, die für mich zwei Mal im Jahr stattfinden und bei denen auch letztendlich alle fünf Werksführer im Einsatz sind.

Im Normalfall funktioniert die Organisation so, dass zunächst ein Besucherplan über sechs bis acht Wochen erstellt wird. Besucheranfragen laufen in der Regel über HR (Human Resources) oder CC (Corporate Communications). Bevor meine Termine für die Werksführungen endgültig festgelegt werden, stimmt die CC das Ganze noch mit meinem Terminkalender ab.

Hat es viel Überzeugungskraft gebraucht, Ihnen den Vorschlag für die neue Tätigkeit als Werksführer schmackhaft zu machen?

Diese Frage kann ich mit einem klaren „Nein“ beantworten. Ich mag erstens Maschinen, die räumliche Umgebung stimmt auch. Zweitens bin ich gerne mit Menschen zusammen, was ja als ehemaliger „Vertriebler“ ein ganz wichtiger Aspekt ist. Ich habe Spaß daran, Menschen Dinge zu vermitteln, bei denen ich mich auskenne und für die ich mich v.a. selbst interessiere und begeistere.

Von wem ist der Vorschlag, zukünftig als Werksführer bei Krones tätig zu sein, ausgegangen?

2012 wurde ich noch während meiner aktiven Altersteilzeit von einer Mitarbeiterin der Unternehmenskommunikation gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, Besuchergruppen die Firma Krones im Rahmen einer aktuellen Präsentation darzustellen und anschließend durch das Werksgelände in Neutraubling zu führen. Für mich war es wichtig, dass das Angebot nicht von mir ausging, sondern von Seiten des Unternehmens. Das ist natürlich ein schönes Gefühl, wenn man auf diese Weise nach der aktiven Tätigkeit noch am weiteren Unternehmensgeschehen teilnehmen darf.

Wie „groß“ ist eine Führung, also wie viele Personen nehmen in der Regel teil?

Eine kleinere Besuchergruppe umfasst ungefähr fünf Personen, 30 Leute pro Führung sind in der Regel die Obergrenze. Optimal finde ich ca. 15 Besucher. Das ist meiner Meinung nach eine überschaubare Anzahl, wobei hier jeder einzelne Besucher viel mehr aufnehmen kann als in größeren Gruppen.

Was gefällt Ihnen an Ihrer jetzigen Arbeit besonders gut?

Mir hat die Arbeit und der Umgang mit Menschen schon immer extrem viel Freude bereitet. Das war während meiner Tätigkeit bei der Krones AG im Vertrieb so und das schätze ich jetzt als Werksführer genauso. Ich möchte Krones positiv darstellen und repräsentieren. Dass ich im Laufe meiner langjährigen Tätigkeit bei Krones große Erfahrung gesammelt habe, ist sehr wichtig, was jedoch alleine nicht ausreicht. Ich sage immer: „Der Funke muss zu meinem Gegenüber überspringen.“ Und ich glaube, das ist der Fall. Da spielen, neben Wissen und Kompetenz, vor allen Dingen Enthusiasmus und Begeisterung eine ganz wichtige Rolle. Ich war und bin stolz, bei Krones gearbeitet zu haben bzw. immer noch hier tätig zu sein und transportiere das auch gerne nach außen. Außerdem liebe ich es, Leute zu begeistern und zu motivieren. Wenn ich Menschen begeistern kann oder bei Führungen ihr Interesse wecken kann, gefällt mir das sehr gut. Ich will meine Begeisterung authentisch rüberbringen. Die muss sich natürlich im Rahmen halten und sich in gewisser Weise an das Publikum anpassen.

Ist jede Führung gleich?

Nein, da gibt es die unterschiedlichsten Führungsstile, abhängig von den teilnehmenden Personen. Eine Gruppe aus Schnupperschülern muss ich beispielsweise anders an unsere Maschinen, technische Themen, usw. heranführen als Praktikanten oder erfahrene Brauer. Das hängt vom Wissensstand und Kompetenzbereich der jeweiligen Teilnehmer ab. Ich habe zwar ein Grundgerüst, was den Ablauf eines Werksrundganges betrifft, aber je nach Personengruppe versuche ich, die Inhalte adäquat zu vermitteln. Das ist ja gerade so spannend und lässt das Ganze nicht monoton werden.

Haben Sie denn ein Lieblingspublikum?

Wenn Sie damit meinen, ob ich Gruppen von Studenten, Brauern oder Maschinenbauern bevorzuge, dann nein. Ganz gleich welches Publikum ich vor mir habe, ich bevorzuge keine spezielle Gruppe, aber ich mag Gruppen, die viele Fragen stellen und somit Interesse zeigen – denn dumme Fragen gibt es im Übrigen nicht, sondern nur dumme Antworten.

Sie sagen ja selbst, dass sie „technikverliebt“ sind. Fällt es Ihnen denn nicht schwer, bei Führungen nicht zu sehr ins Detail zu gehen? Man neigt ja gerne dazu, zu viel zu erzählen, wenn man einfach viel weiß. Glauben Sie, Sie könnten Ihr Publikum manchmal überfordern?

Nein, das glaube ich eher weniger. Grundsätzlich richte ich mich wie gesagt nach Wissensstand und Erfahrungsbereich der Teilnehmer. Und generell ist die Zeit bei einer Werksführung ja begrenzt. Daher kann man gar nicht zu sehr ins Detail gehen und kann auch nicht alles in vollem Umfang erklären. Ich versuche auch vor jeder Führung herauszufinden, welchen Anspruch die Besucher von der Präsentation und Führung erwarten.

Was macht Krones als Arbeitgeber Ihrer Meinung nach so besonders?

Ich glaube, dass Krones ein Unternehmen ist, bei dem die soziale Komponente im Vergleich zu vielen anderen Konzernen eine ganz große Rolle spielt. Das liegt sicherlich daran, dass die Krones AG ein „Familienbetrieb“ ist, der im Rahmen einer Aktiengesellschaft geführt wird. Ich glaube, hier bei Krones denkt man einfach noch an die Mitarbeiter. Das sieht man alleine schon an den verschiedenen Sportmannschaften, die es hier bei Krones gibt. Da herrscht ein soziales Miteinander, die Menschen können sich verwirklichen und Hobby und Arbeit in gewisser Weise verbinden. Ich selbst war in der Betriebs-Tennismannschaft aktiv und werde auch als Rentner wieder beim jährlich stattfindenden Tennisturnier Ende Juli auf den Plätzen des TC Neutraubling mit von der Partie sein – genauso wie ein paar Herren vom Betriebsrat und eine Person aus dem Vorstand, die dann gerne einen Besuch abstatten. Außerdem legt man bei Krones viel Wert auf ein angenehmes Ambiente, sprich Arbeitsumfeld. Ich denke dabei v.a. an das Parkhaus, das extra für Krones Mitarbeiter geschaffen wurde oder an das saubere, grüne und mit zahlreichen Ruhe- und Rauchzonen ausgestattete Werksgelände.

 

 

Hatten Sie schon einmal die Möglichkeit, an einer Führung durch das Werk in Neutraubling, Rosenheim oder einen unserer anderen Standorten teilzunehmen? Wenn ja: Fanden Sie es genauso spannend, mal einen groben Überblick über die Krones AG zu bekommen? Und wenn nicht, dann kommt hoffentlich bald mal die Gelegenheit dazu. 🙂

An dieser Stelle bedanke ich mich auch noch ganz herzlich bei Herrn Weusthoff für das interessante Gespräch! 🙂

 

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