5 Min. Lesezeit Mit Across Borders in die Welt: andere Länder, andere Ansprüche

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Mit Across Borders in die Welt: andere Länder, andere Ansprüche Menschen | | 23.01.2017 5 Min. Lesezeit

Ramona Schwindl, Christoph Bittig, Drazen Stankovic, Ramona Feigl, Martin Danner und Martin Loistl

Haben Sie Freunde oder Familie im Ausland? Dann können wohl auch Sie ein Lied davon singen, dass Telefongespräche, Skype-Anrufe oder ständiger Kontakt via WhatsApp auf Dauer ziemlich anstrengend werden können. Spontane Treffen sind unmöglich und Besuche mit großem Planungsaufwand verbunden.

Nicht sehr viel anders läuft das auch manchmal im Berufsleben – nur dass der Projektpartner vielleicht sogar am anderen Ende der Welt sitzt.

Across Borders

E-Mail-Kontakte, Zeitverschiebung oder sogar auch Sprachbarrieren erleichtern eine internationale Zusammenarbeit nicht unbedingt. Across Borders ist ein Programm, das eben diesen Hindernissen entgegen tritt – und Kollegen zusammenführt. Denn egal ob es um die persönliche und fachliche Weiterentwicklung des Mitarbeiters geht oder darum, die internationale Zusammenarbeit bei Krones zu optimieren: Der mehrmonatige Aufenthalt einiger Kollegen an unseren weltweiten Standorten erreicht beides. Acht deutsche Teilnehmer konnten vor Ort an Projekten arbeiten, den regionalen Kollegen unter die Arme greifen und vor allem selbst viel Neues lernen: Ganz nach dem Motto „andere Länder, andere Ansprüche“ beruht das Programm darauf, unterschiedliche Erfahrungen und Lösungsansätze international auszutauschen.

Ein paar von Ihnen erzählen uns von ihren Erfahrungen, ihren Projekten und was sie in der Arbeitswelt ihres Gastlandes erlebten:

Ramona Schwindl – São Paulo – Brasilien

„Meine Aufgaben hier gleichen denen eines Innenarchitekten – ich berechne, messe, layoute und sorge so dafür, dass sich die Krones Anlagen schließlich problemlos an die räumlichen Gegebenheiten beim Kunden anpassen. Als Anlagendesignerin bin ich für Brasilien und den gesamten südamerikanischen Raum zuständig. Obwohl ich schon immer eng mit meinen Kollegen in Brasilien zusammenarbeite, lag es nahe, mir die Gegebenheiten beim Kunden vor Ort auch einmal selbst anzusehen. Durch den sechsmonatigen Aufenthalt in São Paulo lernte ich die Bedürfnisse unserer Kunden und auch meine Kollegen noch besser kennen. Denn bei einer Zusammenarbeit über verschiedene Kontinente hinweg darf man die kulturellen Unterschiede einfach nicht vergessen. Vor allem mit der Pünktlichkeit ist das so eine Sache – Brasilianer kommen chronisch zu spät. So gewöhnte auch ich es mir an, grundsätzlich etwas später als vereinbart einzutreffen – sich anpassen lautete meine Devise. Nur einmal vertraute wohl ein andere Kollege auf unsere deutsche Pünktlichkeit – und so musste diesmal leider ein Brasilianer auf MICH warten …“

Schließlich gab es sogar noch ein „Happy End“: Vor Ramonas Abreise angelte sich Krones do Brasil zwei neue Aufträge. Die bearbeitet die Anlagenplanerin nun wieder von Neutraubling aus. Durch ihren Besuch und die neuen Kontakte kann sie sich aber für die Zukunft auf eine noch reibungslosere Zusammenarbeit freuen.

Martin Loistl – Franklin – USA

„Als Behälterdesigner in der Kunststofftechnik ist es besonders wichtig, auf dem Laufenden zu bleiben – und das auch auf dem weltweiten Markt. Bei Krones Inc. in Franklin habe ich eine Kollegin im Bereich Flaschendesign. Während der drei Monate in den USA unterstützte ich sie aktiv im Tagesgeschäft und schulte sie in neuen Tools und Datenbanken, die wir in Neutraubling verwenden und die sie aber noch nicht kannte. Gleichzeitig zog auch ich einen enormen Mehrwert aus der direkten Zusammenarbeit: Meine Kollegin hatte Erfahrungen in Feldern, die mir zum Teil völlig neu waren. Eine Erkenntnis, die mir zeigt, dass unsere Niederlassungen häufig mit größeren Hürden als wir in Deutschland zu kämpfen haben, war, dass die USA als eine patentrechtlich enorm kritische Region gelten: Jedes neue Design muss genauestens überprüft und recherchiert werden – denn dort wird sofort alles Neue patentiert. Ein Verstoß wird sofort verfolgt und mit enorm hohen Zahlungen bestraft.“

Und was ihn am meisten beeindruckte? Die „Can-do“-Mentalität: Die amerikanischen Kollegen sind offen für Neues und immer optimistisch. Sie packen eine Lösung direkt an, ohne langwierige Planungsphasen.

Ramona Feigl – Nairobi – Kenia

„Hier in Neutraubling bin ich im Vertrieb von Neumaschinen und Nachrüstung für Ost- und Südafrika, speziell für Kenia zuständig: Ich erstelle Angebote und organisiere sowohl Lieferungen als auch den Versand unserer Produkte. Nach meiner Ausbildung zur Industriekauffrau undBetriebswirtin bei der Krones AG wollte ich dann endlich auch Erfahrungen im Ausland sammeln. Ich sprach deshalb meine Führungskraft gezielt darauf an – und kurz darauf bekam ich grünes Licht für Kenia. Meine Aufgaben in Kenia waren alte Bekannte: Ich arbeitete an den gleichen Projekten wie auch schon in Neutraubling – aber konnte erstmals mit meinem Projektteam an einem Tisch sitzen. Das brachte unsere Zusammenarbeit auf ein neues Level. Zusätzlich hielt ich für meine afrikanischen Kollegen Schulungen zu neuen Prozessen und schaffte gegenseitiges Verständnis für unsere unterschiedlichen Arbeitsweisen. Denn gerade die beeindruckte mich in Afrika sehr: Während der Arbeitszeit wird kaum gesprochen, hier möchte jeder nur mit seinen Aufgaben vorankommen. Morgens decken sich alle Kollegen noch vor Arbeitsbeginn mit Snacks ein. Dann wird der Schreibtisch von 8 bis 17 Uhr nicht mehr verlassen – gegessen wird nebenbei.“

Als ich Ramona abschließend nach ihrem verrücktesten Erlebnis frage, lachte sie nur: „Dort ist alles verrückt – vor allem der Straßenverkehr: Wer bremst, verliert.“ Dann erinnerte sie sich aber an einen ihrer abenteuerlichsten Momente: Zusammen mit ihren Kollegen wanderte sie hoch auf den Mt. Longonot – ein alter Vulkan, der heute noch mit einem gigantischen Krater an seine aktiven Zeiten erinnert.

Martin Danner, Dražen Stankovic und Christoph Bittig – Taicang – China

Martin, Drazen und Christoph kommen aus ganz unterschiedlichen Unternehmensbereichen und landeten gemeinsam in Taicang – als Projektanschieber, Anlagenplaner und IT-Spezialist.

Martin: „Ich rollte das Feld eher von hinten auf: Ich bewarb mich für das Programm Across Borders – und suchte gleichzeitig zusammen mit meiner Führungskraft nach einem geeigneten Projekt. Als entschieden wurde, mit der Lokalisierung der Füllanlage ErgoBloc LC in China zu starten, ergriff ich die Chance und wurde Teil dieses Projektteams. Ein paar Monate später war ich schon in Taicang, um den lokalen Einkäufer vor Ort zu unterstützen, technische Rückfragen zu klären und Bauteile des Stillwasserfüllers zu lokalisieren. Seit meiner Arbeit in China bin ich auch hier in Neutraubling in der Blocktechnik unterwegs und betreue weiterhin die Kollegen in Taicang. Apropos unterwegs: In China ist es durchaus üblich, mit dem E-Bike zur Arbeit zu fahren. Auch wir bekamen vom ersten Tag an ein E-Bike bereitgestellt – der erste Heimweg gestaltete sich aber schwieriger als gedacht. Weil in der Planstadt Taicang eine Straße der anderen gleicht, fiel uns die Orientierung ganz schön schwer.“

Christoph: „Das kann ich nur bestätigen: Man kann eben schlecht sagen „beim Müller Drogeriemarkt links“ – selbst wenn da so etwas wie „Müller Drogeriemarkt“ stehen würde, könnte man es sowieso nicht lesen. Und die chinesischen Schriftzeichen beschreiben? Das hatten wir schnell aufgegeben. Aber zurück zum Wesentlichen: In Neutraubling arbeite ich beim IT Data Center Service. Meine Mission für China war vor allem, die Kollegen aus Taicang so fit zu bekommen, dass sie unsere fünf chinesischen Niederlassungen – inklusive Hongkong – in Zukunft eigenständig betreuen können. Dabei sorgte ich für den nötigen Wissenstransfer und unterstützte, wo ich nur konnte. Und man nimmt auch immer etwas für sich selbst mit: Ich verstehe nun, mit welchen Problemen unsere Niederlassungen zu kämpfen haben – und wie wir diese lösen können.“

Was wäre China ohne die chinesische Mauer? Natürlich nutzten die drei die Chance, sie während ihres Aufenthalts entlang zu laufen. Was ihnen am nächsten Morgen passierte, war ungewöhnlich: „Mein Chef schüttelte mir die Hand und gratulierte.“, erzählt Martin. „Auf meine Frage, wozu, antwortete er nur: Jetzt bist du ein richtiger Mann.“ Denn ein altes chinesisches Sprichwort besagt: „Wer nicht die Große Mauer bestiegen hat, der ist kein rechter Mann.“

In diesem Sinne: „不到长城非好汉– bú dào cháng chéng fēi hǎo hàn“

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