3 Min. Lesezeit „Höger rup“ – Ein Stück Flensburger Geschichte

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„Höger rup“ – Ein Stück Flensburger Geschichte Menschen | | 09.01.2017 3 Min. Lesezeit

Die Geschichte unseres Werks in Flensburg beginnt noch zwei Jahre vor der Krones Gründung in Neutraubling. Allerdings verläuft die Entwicklung der beiden Standorte in den folgenden Jahrzehnten so ähnlich, dass man im Nachhinein behaupten kann, sie seien von Anfang an füreinander bestimmt gewesen.

Im Jahr 1949 nämlich gründete Gerhard Zierk in Flensburg den Betrieb, aus dem die ZIERK Maschinenbau GmbH werden sollte. Der neugierige, willensstarke und tatkräftige Zierk fing ähnlich klein an, wie es auch Hermann Kronseder 1951 tat: mit der Übernahme einer Schlosserei im Flensburger Stadtzentrum. Das Startkapital erarbeitete sich Zierk mit einer Drehbank, dann baute er den Betrieb mit viel unternehmerischem Geschick allmählich aus. Dazu übernahmen er und seine ersten Gesellen zunächst sämtliche Arbeiten, die mehr oder weniger mit Metall zu tun hatten ­– und waren so beispielsweise als Schlüsseldienst tätig. Zierk schaffte es in dieser Zeit, die Firma mit verschiedensten Verdienstmöglichkeiten, viel technischem Verständnis und seinem Erfindergeist zu etablieren und zu vergrößern.

So kam es schließlich auch, dass 1960 die erste Flaschenreinigungsmaschine samt vorgebautem Reihenfüller die Werkstatt verließ – der Grundstein für die spätere Kernkompetenz war gelegt.

Drei Umzüge später und mit mittlerweile internationalen Aufträgen begann dann die Epoche am heutigen Standort. Einige Jahre später,1988, trat Hermann Kronseder mit der Krones AG auf den Plan. Zu dieser Zeit war Zierk gesundheitlich geschwächt, seine Firma in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Die beiden wurden sich schon in ersten Gesprächen schnell einig und so übernahm Kronseder Zierks schwächelnden Betrieb. Später erinnerten sich beide Firmengründer gerne an diese problemlose Übernahme – was nicht zuletzt an den persönlichen Sympathien und Ähnlichkeiten gelegen haben dürfte.

Für den Flensburger Betrieb bedeutete der Zusammenschluss mit der Krones AG in erster Linie wirtschaftliche Sicherheit. Die Krones AG sah in den Flensburgern im Gegenzug eine verlässliche Belegschaft und eine gute Produktergänzung ­– vor allem aufgrund der Reinigungsmaschinen, die bis heute die größten Maschinen im Produktportfolio der Krones AG sind. In den folgenden Jahren wurde der Betrieb unter dem Namen „Krones Zierk“ weitergeführt, bis dann Anfang 2000 die heutige Bezeichnung „Krones Werk Flensburg“ eingeführt wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich Umsatz und Mitarbeiterzahlen bereits vervielfacht.

Mit deutlicher finanzieller Unterstützung der Konzernmutter wurde 1991 eine Ausbildungswerkstatt nach Neutraublinger Vorbild eingerichtet. Die Ausstattung mit Dreh,- Fräs- und Bohrmaschinen sowie Schweißboxen und Werkbänken wurde neu angeschafft. Auch die Elektroausbildung wurde mit neuen Messgeräten, Lehrgangsmaterial und SPS-Arbeitsplätzen ausgestattet. Diese neu eingerichtete Ausbildungswerkstatt wurde am 01.08.1991 feierlich mit zwölf neuen Auszubildenden in Betrieb genommen. Einer der Ausbilder war damals Karl-Heinz Boysen, dessen Name auch vielen aktuellen Kollegen bekannt sein dürfte. Als Ausbildungsleiter ist Boysen nämlich nach wie vor Kopf der Flensburger Ausbildung – und auch sieben der damaligen zwölf Azubis sind heute noch als Mitarbeiter im Werk Flensburg beschäftigt.

In den Jahren nach 1991 wurde auf dem Werksgelände in verschiedenen Etappen aus- und umgebaut, nicht zuletzt die Ausbildung profitierte durch passendere Räumlichkeiten. Karl-Heinz Boysen betont neben den Verbesserungen aber auch besonders gerne die Konstanten im Ausbildungsprogramm: „Ausbildungsfahrten nach Neutraubling finden seit den 90er Jahren alle drei Jahre statt, sodass jeder Azubi mal unser Hauptwerk gesehen hat.“ Außerdem legt er Wert auf die jährliche Teilnahme am „Girls‘ Day“ sowie auf die Schülerpraktikanten, die die Möglichkeit bekommen, in den Werksalltag hineinzuschnuppern.

Aber natürlich ist seit 1991 nicht alles beim Alten geblieben. So hat sich beispielsweise die Auswahl der Ausbildungszweige über die Jahre verändert.

Aktuell werden im Werk Flensburg jährlich Ausbildungsplätze in folgenden Berufen angeboten:

> Industriemechaniker/in Einsatzgebiet: Maschinen- & Anlagenbau

> Konstruktionsmechaniker/in Einsatzgebiet: Stahl- & Metallbau

Seit Eröffnung der Flensburger Ausbildungswerkstatt haben mittlerweile 300 Auszubildende ihren Abschluss gemacht – unter ihnen sogar Teilnehmer und Sieger der Berufsweltmeisterschaften. Und es ist noch lange nicht Schluss, denn es geht noch weiter und „höger rup“.

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