5 Min. Lesezeit Die Akademie der Zukunft

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Die Akademie der Zukunft Menschen | | 12.12.2016 5 Min. Lesezeit

Gerade stieß ich beim Lesen der neusten Ausgabe des Krones magazins (04/2016) auf einen interessanten Artikel über die Krones Akademie. Da ich selbst in der Akademie tätig bin und so zu dem Thema einen direkten Bezug habe, möchte ich ihn gerne mit euch teilen. Hier ist allerdings nur Platz für eine kleine Zusammenfassung, mehr zum Thema gibt’s im Magazinartikel.

Anhand dreier Thesen über die Zukunft des Lernens erklärt Dr. Jörg Puma, Leiter der Krones Akademie, warum wir nicht umhin kommen, die Wissensvermittlung in der Branche grundlegend zu verändern.

These 1: Fortlaufende Qualifizierung wird zum Schlüsselfaktor in der Produktion.

Die Komplexität in der Getränkeindustrie nimmt zu – und damit der Anspruch an diejenigen, die in ihr arbeiten. Das gilt auch für die Mitarbeiter an der Basis, deren Tätigkeiten mittlerweile sehr viel variabler geworden sind und mehr Verantwortung beinhalten. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Auf der einen Seite wird die eingesetzte Technologie immer komplexer – unter anderem durch die fortschreitende Automatisierung und Digitalisierung; auf der anderen Seite werden von den Maschinenbedienern immer kürzere Reaktionszeiten gefordert. Denn Stillstände verursachen bekanntermaßen Kosten. Doch je anspruchsvoller sich die Aufgaben in der Produktion gestalten, desto schwieriger wird es Dr. Jörg Puma zufolge, auf dem Arbeitsmarkt geeignete Kandidaten zu finden. Er sieht nur eine effiziente Lösung: „Die Unternehmen müssen die auftretenden Qualifizierungslücken selbst schließen – durch mehrstufige Trainingsprogramme.“ Dass und wie dies möglich ist, lässt sich laut Dr. Puma erfolgreich in anderen Branchen beobachten: „Nehmen Sie nur einmal die Automotive- oder die Pharmaindustrie: Dort ist es inzwischen ganz selbstverständlich, nicht nur den Maschinenpark, sondern auch das Wissen im Produktionsumfeld regelmäßig auf den neusten Stand zu bringen. Wer mit sensiblen Technologien operiert, seine Produktion häufig an neue Produkte und Prozesse anpasst und bei alldem auch noch rentabel arbeiten will, der kommt an regelmäßigen Trainings nicht mehr vorbei!“

In der Getränkeindustrie sei diese Erkenntnis gerade erst am Erwachen. Durch den Auf- und Ausbau von Trainingscentern, sowie das Konzipieren neuer Kursangebote bereiten sich Dr. Puma und sein Team jetzt auf den steigenden Bedarf vor. „Weil wir eng mit dem Krones Service und Vertrieb zusammenarbeiten, haben wir ein sehr klares Bild davon, was aktuell bei den Kunden los ist“, sagt Dr. Puma. Auf Basis dieser Erfahrungen entwickeln die Akademie-Trainer dann bedarfsgerechte Schulungen. Als aktuelles Beispiel führt Dr. Puma die Troubleshooting-Trainings „Top Ten“ an: „Darin räumen wir für drei Maschinentypen alle Probleme und Fragen aus dem Weg, die erfahrungsgemäß die häufigsten Stillstände in der Produktion verursachen.“ 2017 werden diese „Top Ten“-Kurse zum ersten Mal angeboten, doch Dr. Puma denkt schon weiter. Ihm zufolge führt die Reise „weg vom reinen Maschinenversteher hin zum allgemeinen Problemlöser“. Jetzt gilt es, sich in den nächsten Jahren so aufzustellen, dass die Akademie auch in Zukunft ihrem Versprechen gerecht wird: das effektivste Training der Branche anzubieten.

These 2: Das klassische, textbasierte Lernen wird an Bedeutung verlieren.

Dass das Internet vieles verändert hat – allen voran unsere Lesegewohnheiten und die Art, wie wir nach Informationen suchen – ist ein vielzitierter Gemeinplatz. Doch daraus werden nur sehr zögerlich Konsequenzen für die Informationsvermittlung in Fortbildungen und Fachseminaren gezogen. Das traditionelle Modell „Frontalunterricht plus Handbuch“ dominiert nach wie vor das Angebot. „Eine gut ausgearbeitete Dokumentation ist wesentlicher Bestandteil eines professionellen Trainings und wird als solches auch von den Teilnehmern erwartet“, weiß Dr. Puma, „aber machen wir uns nichts vor: Die klassischen Handbücher verschwinden nach dem Kurs auf Nimmerwiedersehen in der Schublade.“ Und das aus guten Grund: Das Internet hat uns an den informationellen Luxus gewöhnt, auf nahezu jede technische Frage – und sei sie noch so spezifisch – innerhalb von Sekunden die passende Antwort zu finden. Aus diesem Grund beschäftigen sich auch Dr. Puma und seine Mitarbeiter intensiv mit der Frage, wie sie die Anwender der Krones Technik zukünftig mit Informationen versorgen werden: „In unseren Schulungen haben wir Frontalunterricht und Unterlagenlektüre schon lange durch interaktive und praxisnahe Lehrmethoden ersetzt“, erläutert Dr. Puma, „was uns jetzt noch fehlt, sind die richtigen Mittel und Wege, wie wir unsere Zielgruppe auch an ihrem Arbeitsplatz situationsbezogen unterstützen können.“

Als ersten wichtigen Schritt hat das Team die Digital Krones Academy ins Leben gerufen: Sie macht über ein lokal installiertes Terminal Betriebsanleitungen und individuelle Schulungsunterlagen direkt in der Linie verfügbar. Die Informationen werden multimedial aufbereitet und können per WLAN auch auf mobilen Endgeräten abgerufen werden. Fragen zu bestimmten Bedien- und Wartungsarbeiten lassen sich so direkt vor Ort per Videoanleitung beantworten. Für all das arbeitet die Akademie eng mit der Syskron GmbH zusammen. Ob Virtual Reality oder sprachgesteuerte Hilfsassistenten: Als Expertin für digitale Transformation rückt die noch junge Krones Tochter neue Technologien und Herangehensweisen ins Sichtfeld des Trainingsteams.

These 3: Effizientes Lernen braucht Freiräume

Ein Großteil der Akademieschulungen entfällt auf Maschinentrainings – und diese finden meist vor Ort an der Kundenmaschine statt. „Lange Zeit galt es als Ideallösung, die Mitarbeiter vor Ort im eigenen Betrieb zu schulen, unter anderem, weil keine Reisekosten entstehen und sich die realen Arbeitsbedingungen sofort in die Schulungen miteinbeziehen lassen“, erklärt Dr. Puma, „in jüngster Zeit haben sich allerdings die Produktionsbedingungen in vielen Betrieben so gewandelt, dass sie einer Vor-Ort-Schulung eher entgegen stehen.“ Denn Praxisschulungen setzen für ihren Erfolg voraus, dass die Teilnehmer die gelehrten Arbeitsroutinen selbst ausprobieren und einüben können. Doch gerade in Hochleistungsbetrieben sei dies mit zahlreichen Schwierigkeiten verbunden – beispielweise weil der Produktionsplan so eng ist, dass für Schulungen zu wenig Zeit bleibt; oder weil in einer hochspezialisierten Anlage schlicht zu viel auf dem Spiel steht, um verschiedene Funktionsweisen unbekümmert auszuprobieren. Deswegen investiert Krones stark in den Ausbau lokaler Trainingscenter: Übungslinien aus topaktuellen Krones Maschinen ermöglichen es, die Produktionsbedingungen beim Kunden zu simulieren. Hier können die Teilnehmer nun alles ausprobieren, ohne dass die laufende Produktion unterbrochen oder gar gefährdet wird. Neben den messbaren wirtschaftlichen Erfolgen zeigt sich ein weiterer Vorteil: „Qualifizierung hilft den Unternehmen dabei, ihre guten Leute im Betrieb zu halten“, sagt Dr. Puma, „unsere Erfahrung zeigt: Mitarbeiter, die sich in ihrem Job kontinuierlich weiterbilden können, bleiben ihrem Arbeitgeber länger erhalten.“

Um die Krones Kunden weiterhin bei ihren Projekten zu unterstützen, setzt die Akademie auf kontinuierliches Modernisieren und Erweitern. So wurde erst im vergangenen Jahr ein aufwendig ausgestattetes Trainingscenter in Brasilien eröffnet und in der zentralen Akademie in Neutraubling wird sich die Fläche der bestehenden Trainingshalle im Laufe des nächsten Jahres auf 1.800 Quadratmeter verdoppeln. Dieses Projekt soll bis zur drinktec 2017 fertig sein – und der Leiter der Akademie hat schon die nächsten Pläne in der Schublade bereit liegen.

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