3 Min. Lesezeit Das Wasser des Lebens

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Das Wasser des Lebens Menschen | | 20.05.2016 3 Min. Lesezeit

 

Uisge beatha ist DAS Genuss-Getränk schlechthin! Glauben Sie nicht? Dann liegt das vielleicht daran, dass sie mit der Bezeichnung nichts anfangen können. Doch sprechen Sie „uisge“ mal langsam und deutlich aus: [w i sch ge]. Schon eine Idee? Ok, ich löse auf: „Uisge beatha“ ist die ursprüngliche, gälische Bezeichnung von Whisky und lautet übersetzt „Wasser des Lebens“.

Doch haben Sie sich mit der goldenen Flüssigkeit schon mal genauer auseinandergesetzt? Wenn man es ganz einfach halten möchte, dann kann man sagen, dass Whisky destilliertes Bier ist – nur ohne Hopfen. Denn die Grundzutaten sind fast die gleichen: Wasser, Getreide und Hefe. Genau wie beim Brauen wird auch bei der Whisky-Herstellung zunächst das Malz, meist von der Gerste, zum Keimen gebracht, anschließend getrocknet, zu Schrot gemahlen und im Maischbottich mit heißem Wasser vermengt. Dann landet die gefilterte, flüssige Würze gemeinsam mit Hefe im Gärtank. Und nach dem Gären entsteht: „wash“ – so nennen nämlich die Whiskey-Produzenten die Flüssigkeit zu diesem Zeitpunkt.

Aus Bier wird Whisky

Damit aus Wash nun das Wasser des Lebens entsteht, muss es destilliert werden. Hier wird die Flüssigkeit mehrmals in sogenannten Brennblasen erhitzt. Dabei trennen sich der Alkohol sowie ein Großteil der Geruchs- und Geschmacksstoffe vom Wasser – und übrig bleibt: Whisky.
Doch würde man das Getränk nun so in den Handel bringen, wären die Konsumenten vermutlich mehr als enttäuscht: Denn seinen charakteristischen Geschmack erhält der Whiskey hauptsächlich von einem jahre- bis jahrzehntelangen Reifungsprozess: Ehemalige Sherry-, Wein-, Bourbon-, Rum- oder Cognac-Fässer geben dem Whisky seine charakteristische Note von Vanille, Honig oder Rauch (um nur ein paar der zahlreichen Geschmacksrichtungen zu nennen).
Nach dem Destillieren erreicht die Flüssigkeit einen Alkoholgehalt von 60 bis 75 Volumenprozent. Für eine angenehme Trinkstärke von 40 bis 46 Volumenprozent wird dem Whisky vor dem Abfüllen noch Wasser hinzugefügt.

Die edelste Spirituose der Welt

Der wohl größte Whisky-Verrückte in Regensburg ist Pit Krause: In seinem Haus findet sich eine gigantische Auswahl an Whiskys aus aller Welt: Circa 6.000 Flaschen zählt seine Privatsammlung, die damit zu den interessantesten der Welt gehört. Denn sie enthält auch echte Raritäten, von denen oft nur wenige Flaschen produziert wurden. „Es geht mir nicht um Vollständigkeit, sondern darum, die geschmacklich besten Flaschen zu besitzen: Der Genuss und die bewusste Auseinandersetzung mit dem Getränk sowie seinen Rohstoffen stehen für mich im Mittelpunkt“, erklärt Pit. Die edlen Spirituosen sollen aber keineswegs im Regal verstauben. „Meine Sammlung ist eher ein Vorrat“, fügt Pit lachend hinzu. Denn er ist Gründer von slowdrink, einer Vereinigung, die sich auf den bewussten Genuss von Whisky, Rum, Bier und Wein spezialisiert hat. Letztes Jahr haben Pit und seine slowdrink-Kollegen etwa 80 Whisky-Verkostungen abgehalten. Bei diesen finden – wie könnte es auch anders sein – die edlen Tropfen seiner Sammlung ihren Weg in die Gläser der Tasting-Teilnehmer.*

„Whisky ist das Getränk mit den meisten Aromen. Genau wie beim Bier prägen die verschiedenen Getreide- und Hefesorten seinen Geschmack. Ein zweiter wichtiger Faktor ist die Fassreifung: Denn die Fässer geben beim Lagern ihren Geschmack an den Whisky ab“, erklärt der passionierte Whisky-Experte. Doch gerade die Fasslagerung ist es auch, die Whisky nicht nur zu einem aromareichen, sondern auch kostspieligen Getränk macht: Zum einen liegen die Fässer für die Reifung bei Preisen zwischen 100 Euro für ein Bourbon- und bis zu unglaublichen 2.000 Euro für ein ausgewählt authentisches Sherry-Fass. Zum anderen ist auch die jahrelange Lagerung ein erheblicher Kostenfaktor.

Mit oder ohne „e“?

„Whisky“ oder „Whiskey“ – welche Schreibeweise ist nun die richtige? Tatsächlich gibt es kein Richtig oder Falsch: Während die USA, Kanada und Irland ihr Getränk als „Whiskey“ bezeichnen, kommt bei den Schotten „Whisky“ ins Glas.
Doch weit gefehlt, wer Whisky nur mit diesen vier Ländern in Verbindung bringt. Japan, Indien, Australien, Frankreich, England, Österreich, Schweiz, … – die Auswahl an Ländern, in denen die Spirituose produziert wird, ist groß. Und auch in Deutschland steigt die Beliebtheit: Circa 300 Brennereien beschäftigen sich schon mit Whisky und auch die Fan-Gemeinde der Whisky-Trinker wird immer größer. Man kann ganz klar sagen: Die Whisky-Welle rollt nicht nur auf Deutschland zu, sie ist schon lange bei uns angekommen.

* Alle Tasting-Termine von slowdrink gibt es entweder unter www.slowdrink.de oder auf Facebook.

 

P. S.: Noch ein Fakt zum Angeben: Seit 2012 findet immer am dritten Samstag im Mai – und somit heute, am 21.5. – der schottische World-Whisky-Tag statt. Vielleicht ist das ja auch für Sie ein Anlass, heute Abend statt zum Wein oder Bier mal zum Whisky zu greifen?

 

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