3 Min. Lesezeit Bayerische Mentalität trifft japanisches Lebensgefühl

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Bayerische Mentalität trifft japanisches Lebensgefühl Menschen | | 24.02.2014 3 Min. Lesezeit

Wollten Sie schon immer mal sehen wie in China gearbeitet wird? Oder halten Sie die USA für Ihr Traumland? Mit dem internen Austauschprogramm Across Borders möchte die Krones AG die interkulturelle Handlungs- und Sprachkompetenz ihrer Mitarbeiter stärken. Zudem wird den Teilnehmern die Möglichkeit geboten, berufliche Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Wichtig dabei  ist auch, dass sich die Mitarbeiter international vernetzen und gemeinsam Themen und Projekte effektiv und langfristig bearbeiten. Wir haben uns mit den fünf Programmteilnehmern aus Neutraubling unterhalten. Heute stellen wir Ihnen Franziska Rinser und ihre Arbeit in Japan vor.

IMG_0953Bayerische Mentalität trifft japanisches Lebensgefühl – Normalerweise arbeitet Franziska Rinser im Neumaschinenvertrieb Asien-Pazifik am Standort Neutraubling. Seit drei Jahren ist sie hier für den japanischen Markt zuständig. „Ein sehr vielseitiger und umfangreicher Job“, wie sie selbst sagt. Aber: Baustellen besucht sie in ihrer Heimat weniger.  In Japan ist das anders: „Hier hat man viel mehr direkten Kundenkontakt, die Zusammenarbeit mit dem Service ist intensiver und Probleme beim Kunden erlebt man unmittelbar vor Ort.“ Letztere sollen natürlich schnellstmöglich beseitigt werden. Deswegen sieht sich Franziska Rinser auch als Bindeglied zwischen Japan und ihrer Heimat. „Ich kann nach Deutschland telefonieren und in meiner Muttersprache genau erklären, wo der Fehler liegt. Das ist effizient und erspart den Mitarbeitern unnötige Diskussionen.“

IMG_0902Seit dem 6. Januar ist Franziska Rinser in Japan, genauer gesagt in der Weltstadt Tokio. „Der Empfang war sehr freundlich. Hiroko, die Sekretärin des hiesigen Krones Präsidenten, hat mich bei der Suche nach einer Unterkunft tatkräftig unterstützt..“ Mittlerweile lebt die 25-Jährige in einem 28 Quadratmeter großen Apartment in Azabu-Jūban direkt am Tokyo Tower. Von dort aus braucht sie etwa 20 Minuten zur Niederlassung in Gotanda. Nur wenn Rush Hour ist, dann dauert es meistens länger. „Ich fahre dann lieber mit dem Bus statt mit der U-Bahn, da ich mir das Geschubse ersparen will.“

IMG_0761Irgendwann nach 9 Uhr startet die Wahl-Japanerin für sechs Monate in den Arbeitstag. Dabei ist sie noch eine der ersten im Büro. „Japaner sind Morgenmuffel“, lächelt Franziska Rinser. „Dafür geht vor 19 Uhr auch keiner nach Hause.“ Wer übrigens im HighTech-Land Japan auf ein hochmodernes Zeiterfassungssystem tippt, der irrt sich gewaltig. In Tokio verrichtet ein altes Stempelsystem mit Kartonkarten  und großer, handgeschriebener Abwesenheitstafel seit Jahren seinen treuen und zuverlässigen Dienst.

Die Projektinhalte in Japan unterscheiden sich nicht großartig von denen in Deutschland. Gerade steckt sie mitten im Formularkampf  bei  der Verschiffung und Installation mehrerer Maschinen. In all der Hektik kann auch mal etwas vergessen werden. Dann kümmert sie sich auch um die Bildschirmfoto 2014-02-20 um 11.20.47Koordination von Reklamationen, um Fehlteillieferungen oder die Beschaffung von Ersatzteilen. „Das heißt, dass ich eben öfters auf die Baustellen fahre, dort mit den Leuten rede, an Besprechungen teilnehme und mit den nötigen Infos den Kunden und Mitarbeitern weiterhelfe.“

Den Grundstein für die Teilnahme am Across Borders Programm konnte Franziska Rinser in den letzten drei Jahren im Sales Team Asien-Pazifik legen. „Ich kann bei der täglichen Arbeit Eigeninitiative, Selbständigkeit und Verantwortung zeigen, da mir meine Vorgesetzten viel Freiheit lassen.“ Drei Eigenschaften, die sie jetzt in der japanischen Niederlassung gut gebrauchen kann. „Wir leben hier acht Stunden in der Zukunft. Da erreiche ich nicht immer sofort jemanden in Deutschland.“

IMG_0874Auf der Suche nach der größten, bisher erlebten Überraschung überlegt die 25-Jährige nicht lange. „Ich war abends in einem Salsa-Dance-Lokal. Ich habe gestaunt, wie elegant und geschmeidig sich die Japaner zu den südamerikanischen Rhythmen bewegen.“ Überhaupt seien die Menschen hier mehr als korrekt. Zwar kannte die Deutsche die Gastfreundschaft der Japaner schon, aber wie großzügig, fürsorglich und hilfsbereit diese sind, konnte sie erst jetzt so richtig erfahren.“ Trotzdem gilt für sie: Verbeugen ja – verbiegen NIE. Diesen Leitspruch hat sie im interkulturellen Training im Vorfeld gelernt. Will heißen: Auf bayerische Mentalität, Humor und Charme kamen jetzt nur positive Reaktionen – egal ob im Meeting oder im privaten Bereich – auch wenn es immer gewisse Regeln einzuhalten gibt.

IMG_0768Um diese Regeln noch besser verstehen zu können, besucht die deutsch-japanische Krones Botschafterin zweimal wöchentlich einen Japanisch-Unterricht. Ihr liegt viel an der guten Kommunikation mit den Kollegen und am Verständnis für die Sprache. „Jetzt kann ich wenigstens schon nach der richtigen U-Bahn fragen“, lächelt Franziska Rinser. Die neuen Sprachkenntnisse probt sie dann bei gelegentlichen Ausflügen und bei der Suche nach neuen Freizeitaktivitäten. Ich besuche ein Fitnessstudio und jogge ab und an. Nur ein Hobby erschließt sich der 25-Jährigen nicht: „Sehr viele Japaner spielen Golf. Mit einem Schläger und einem Ball. Klar, aber nicht etwa draußen. Sie schlagen ihre Bälle mit voller Wucht auf eine große Leinwand. „Ich habe beschlossen, das nicht zu einem Hauptbestandteil meiner Freizeit zu machen…“

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