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Aderlass im Praktikum Menschen | | 13.02.2015 2 Min. Lesezeit

Da entpuppt sich die Krones AG als einer der größten Blutsauger der Region – und keiner tut etwas dagegen. Da werden Praktikanten und Langzeitmitarbeiter gleichermaßen ausgeschlachtet und dennoch bleibt der Betriebsrat unbeteiligt. Und dass das auch alles seine Richtigkeit hat, erfahre ich (als eine der ausgeschlachteten Praktikantinnen) am Montag, den 9. Februar am eigenen Leib.

An diesem Tag mache ich mich nämlich mit einem dennoch etwas mulmigen Gefühl auf den Weg zur Blutspendeaktion des Bayerischen Roten Kreuzes im Neubau der Krones Kantine. Einmal im Jahr holt der Kronese Christian Wallner den Blutspendedienst auf das Betriebsgelände in Neutraubling – und macht seinen Arbeitgeber damit zu einem der wohl größten Blutsauger der Region. Und das sehr zur Freude des BRK, das auf jeden einzelnen Spender angewiesen ist, wie mir während meiner Spende wiederholt ans Herz gelegt wird.

Den Vorsatz endlich mal zur Blutspende zu gehen hatte ich schon lange. Und trotzdem, vor heute habe ich es doch nie geschafft, tatsächlich einen der etwa 5000 Blutspendetermine des Bayerischen Roten Kreuzes zu besuchen. Dass heute das Rote Kreuz direkt an meinen Arbeitsplatz kommt motiviert nicht nur mich, sondern scheinbar auch jede Menge anderer Kronesen – das stelle ich fest, als ich am Vormittag zur gut besuchten Aktion im Kantinenneubau komme. An der Stelle, wo ich sonst meine Mittagspause genieße stehen heute Liegen, medizinische Geräte und mit Pipetten, Röhrchen und Lanzetten beladene Tische. Für Essen ist aber dennoch gesorgt – für jeden Spender gibt es nach der Blutabgabe ein Paar Wiener mit Semmel. Das hört sich für mich nach einem durchaus positiven Ausblick an!

Zum Glück geht es dann für mich auch schon los, bevor sich meine Nervosität noch weiter steigern kann:

Als Erstspenderin fülle ich als Erstes einen Fragebogen zu persönlichen Daten aus: Medikamenteneinnahmen und chronische Krankheiten werden genauso abgefragt, wie vergangene Auslandsreisen. Diesen Fragebogen bespreche ich im Anschluss in einem kleinen Holzkabuff mit einer Ärztin des Blutspendedienstes. Mein Blutdruck und meine Körpertemperatur werden von ihr mit einem zustimmenden Kopfnicken abgesegnet und ich werde damit als potentielle Spenderin in die nächste Runde entlassen.

Eine weitere Mitarbeiterin des roten Kreuzes misst meinen Hämoglobinwert im Blut und bestimmt in einem Schnelltest meine Blutgruppe. „Hb-Wert basst scho moi“, ich habe also die nächste Hürde geschafft und nehme auf einer der Liegen Platz.

Sobald ich liege und der Krankenpfleger die Nadel vorbereitet, ist meine Nervosität wie weggeblasen. Ab jetzt gibt es weder Fragen noch Tests, ich bin nur noch dafür verantwortlich, meinen Arm ruhig zu halten bis 490ml Blut abgezapft sind – das schaffe ich! Nachdem die Anspannung verflogen ist verfolge ich die Handgriffe des Pflegers neugierig, er fängt auch sofort an, mir zu erklären was er macht. Ein Teil meines Blutes wird in eine Kontrollröhre gefüllt und im Labor extra analysiert um sicherzustellen, dass das gespendete Blut zu 100% in Ordnung ist und verwendet werden kann. Nur circa zehn schmerzlose, kurzweilige Minuten dauert die eigentliche Spende, dann wird mir eine kurze Ruhepause verordnet und ich bin zu den Wienern entlassen. Und während ich mich bei Wurstsemmel, Schokoriegel und Spezi erhole, macht sich mein Blut auf den Weg ins Logistikzentrum des Blutspendedienstes um untersucht und weiter verarbeitet zu werden. Und ich nehme mir fest vor, nach der verordneten Pause von 56 Tagen wieder spenden zu gehen.

 

 

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