2 Min. Lesezeit „Mehr Biervielfalt braucht das Land“, sagt der neue Weltmeister der Biersommeliers

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„Mehr Biervielfalt braucht das Land“, sagt der neue Weltmeister der Biersommeliers Events | | 19.09.2013 2 Min. Lesezeit

„Ein gutes Bier begeistert, bewegt Menschen, bringt sie dazu, sich daran zu erinnern und es wieder trinken zu wollen.“ Davon ist Oliver Wesseloh überzeugt, der neue Weltmeister der Biersommeliers. Der Brauingenieur aus dem hohen Norden Deutschlands setzte sich auf der drinktec in mehreren Vorläufen und dem Finale gegen 54 Mitstreiter durch.

Biersommeliers gibt es seit etwa zehn Jahren – ein neues Berufsbild?

Ich kenne viele Kollegen, für die Biersommelier ein vollwertiger Beruf ist. Ich selbst fahre dreigleisig. Ich arbeite in erster Linie für unsere eigene Brauerei, außerdem bin ich Brauereiberater und eben Biersommelier.

20130917_drinktec_IP_OF_0018Sie sind also auch ein typischer Vertreter der Craft-Beer-Bewegung?

Absolut, ja. So würde ich mich bezeichnen. Und mit unserer Kehrwieder Kreativbrauerei sind wir auch ein Teil der Bewegung in Deutschland.

Wie definieren Sie den Begriff Craft Brewer?

Das ist in den USA relativ einfach definiert. Dort bedeutet Craft-Brewer Reinmalzbrauer, klein und unhabhängig. Mit anderen Worten, jede deutsche Privatbrauerei würde in diese Kategorie fallen. Deswegen verwende ich den Begriff bewusst nicht in Deutschland.

Wie bezeichnen Sie dann das deutsche Pendant?

Kreativbrauer ist meiner Meinung nach der richtige Begriff dafür.

Welchen Einfluss kann die Craft-Beer-Bewegung in Deutschland oder Belgien, Mutterländer des Bieres, überhaupt noch auf die Bierkultur haben?

Belgien hat eine sehr lebendige Bierkultur. In Deutschland haben wir sehr schöne kleine und mittelständische Brauereien in teilweise ländlichen Regionen, besonders in Süddeutschland. Nichtsdestotrotz ist die Bierlandschaft in Deutschland ziemlich vereinsamt, muss man einfach so sagen. Das bedeutet, diese Bewegung ist hier gerade am Anfang.

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Wo könnte diese Entwicklung hingehen?

In den USA sind das nach 33 Jahren Entwicklung jetzt etwa zehn Prozent Marktanteil. Wenn wir es in Deutschland schaffen, mittelfristig auf vielleicht fünf Prozent mit interessanten, kreativen Bieren zu kommen, ist das wunderbar. Das hilft der gesamten Branche. Es steigert den Wert und das Ansehen von Bier im Allgemeinen. Also auch die großen Brauereien profitieren davon. Für die kleinen bietet es ein ganz neues Betätigungsfeld und Spielraum, interessante Kreationen auf den Markt zu bringen und die Konsumenten damit wieder für Bier zu begeistern.

Oliver Wesseloh nimmt seine Aufgabe als dritter Weltmeister der Sommeliers für Bier ernst und sieht sich als Botschafter der Bierkultur: „Bierkultur ist gleichbedeutend mit Vielfalt und ich sage daher: Mehr Biervielfalt braucht das Land.“

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