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Meanwhile at home… Events, Menschen | | 25.09.2017 3 Min. Lesezeit

Normalerweise betreibt Krones fünf Werke in Deutschland. Zur drinktec kommt noch eines dazu, zumindest temporär: 11.000 Quadratmeter Fläche, Mitarbeiter aus allen Fachbereichen und mehr als 20 ausgestellte Maschinen, die größte unter ihnen 37 Tonnen schwer – es wirkt, als hätte Krones in der Halle B6 des Münchner Messegeländes mal eben einen neuen Standort eröffnet. Pop-up-Stores kann schließlich jeder – die Pop-up-Plant liegt jetzt im Trend.

„Bei so viel Betriebsamkeit in München ist daheim in der Zentrale wahrscheinlich eher wenig los“, denke ich mir und ziehe mit der Kamera bewaffnet los, um Krones mal von seiner stillen Seite einzufangen. Dunkle Gebäude, verwaiste Straßen, ein bisschen Western-Atmosphäre kurz vorm Showdown – im Kopf sehe ich das Bild schon genau vor mir. Doch als ich in die Hauptstraße des Werksgeländes einbiege, ziehen keine vom Wind getriebenen Steppenpflanzen an mir vorbei, sondern Airport-Shuttles. Und zwar einer nach dem anderen.

Kundenbesuch am Werksgelände? Während alle auf der Messe sind? Haben die sich verfahren? Scheint nicht so: Vor dem Foyer parken schon die ersten Kleinbusse, und deren Passagiere wirken nicht so, als wollten sie eigentlich woanders hin. Neugierig betrete ich das Gebäude und schiebe mich an den Grüppchen, die inzwischen das gesamte Foyer bevölkern, vorbei in Richtung Aufzug. Im dritten Stock befindet sich das Krones Kundenzentrum und damit der Arbeitsplatz von Sabine Schlögl. Wenn jemand weiß, was hier los ist, dann sie.

Im Gegensatz zu mir zeigt sie sich von der Shuttle-Flotte kein bisschen beeindruckt: „Während der Messe haben wir hier Hochbetrieb“, meint sie. Zum Beweis lässt sie mich einen Blick in ihren Belegungsplan werfen und tatsächlich: Mehr als 50 Besuchergruppen sind darin vermerkt! Über meine erstaunte Reaktion kann Sabine Schlögl nur schmunzeln. „Viele Kunden nehmen für die drinktec ein paar tausend Kilometer Anreise auf sich“, erklärt sie. „Da liegt es doch nahe, dass sie den Messebesuch gleich mit Verhandlungsgesprächen oder einer Maschinenabnahme bei Krones verknüpfen.“

Während also in München der Messewahnsinn tobt, befindet sich auch das Neutraublinger Kundenzentrum im Ausnahmezustand. Als größte Herausforderung erweist sich dabei nicht die Menge der Gäste, sondern ihre Spontaneität. Normalerweise werden Kundenbesuche von langer Hand geplant, doch während der Messe müssen sich Sabine Schlögl und ihre Kollegin Hannelore Heinrich auf alles gefasst machen. Ich überlege, welches Szenario für mich das schlimmste wäre. Dass mehr Gruppen kommen als Räume zur Verfügung stehen? Oder der Überraschungsbesuch einer 30-köpfigen Delegation? Sabine Schlögl winkt ab: „Ach was, alles schon gehabt!“

Ihre Geheimwaffe in solchen Situationen: Improvisationstalent und gute Laune. Ein Besuch im Kundenrestaurant oder eine Führung durch die Werkshallen überbrückt zu früh oder spontan eintrudelnden Gästen die Wartezeit – und verschafft Sabine Schlögl genug Luft, um einen passenden Konferenzraum zu organisieren und vorzubereiten. Selbst wenn alles drunter und drüber geht: Dass die einen Besucher den anderen vorgezogen werden, ist für sie ausgeschlossen: Ob familienbetriebene Brauerei oder Großkonzern, Sabine Schlögl kümmert sich um alle Gäste mit der gleichen Aufmerksamkeit. Dabei sind es oft die kleinen Details, die für den besonderen Krones Wohlfühlfaktor sorgen. Beispielsweise die Lieblingsteesorte, die einen „Stammgast“ bei seiner Ankunft im Konferenzraum erwartet. Oder eine Getränkeauswahl, die nicht gerade mit dem Produkt des größten Konkurrenten aufwartet.

Viel zu beachten, doch daran, dass Sabine Schlögl alles im Griff hat, gibt es keine Zweifel. Während sie charmant und geduldig meine Fragen beantwortet, scherzt sie nebenbei mit ihrer Kollegin und checkt überdies noch die Vorbereitungen für die nächsten Tage. Denn im Kundenzentrum hält der Messetrubel länger an als auf der drinktec selbst. „Viele Kunden bleiben noch zum Oktoberfest in München und schauen erst in der Folgewoche bei uns vorbei“, erklärt Sabine Schlögl. „Und danach geht es dann wieder ruhiger bei euch zu?“, will ich zum Abschluss wissen. „Ruhiger nicht“, lacht sie, „aber um einiges geplanter.“

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