3 Min. Lesezeit Kreative Vielfalt und eine gesunde Mischung: die Braukunst Live!

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Kreative Vielfalt und eine gesunde Mischung: die Braukunst Live! Events | | 04.03.2016 3 Min. Lesezeit

Tausche Straßenbahn gegen Weizenbock. Das halten Sie für schwierig? 51 Wochenenden im Jahr ist das wohl wirklich nicht so einfach, letztes Wochenende wurde aber tatsächlich getauscht. Die Halle des Münchner MVG Museums wandelte sich nämlich für ein Wochenende von einem Mekka für ÖPNV-Anhänger in eine Oase für Bier-Durstige.

Ja richtig, am 26. Februar war es wieder Zeit für die diesjährige Braukunst Live! – und für mich damit auch Zeit für einen Ausflug nach München. Bewaffnet mit einer Liste der Aussteller, einem Münzvorrat für Kostproben, einem Verkostungsglas und einer ganzen Menge Neugierde beginne ich meine Erkundungstour – und bin sofort überwältigt von der Vielfalt, die sich mir präsentiert.

Kleinste Ein-Mann-Brauereien und große Akteure der Bier-Branche. Rohstoffhändler und Rohstoffbenutzer. Professionelle Brauer und Amateur-Bierliebhaber. Mitten unter dieser Mischung finde ich mich wieder, als ich die Halle betrete. Und trotz dieser Unterschiede gibt es ein Thema, das alle verbindet: gutes Bier, in all seinen Facetten.

Das betont auch Frank Böer, Veranstalter der Braukunst Live! gleich zu Beginn des Events: Es geht ihm nicht um Politik und um Marketing. Die Mischung ist es, die die Veranstaltung so wertvoll macht. Besucher und Aussteller kommen her, „um Brauer, Produzenten und Gesichter“ zu treffen. Und er hat Recht, das merke ich schon nach den ersten Schritten durch die Halle. Denn ganz egal, an welchen Stand ich komme, die Stimmung ist gut und entspannt und lädt zum Unterhalten und Probieren ein.

Ich lasse mich also treiben von den zahlreichen Besuchern, die dem Lockruf des Bieres gefolgt sind. Und bekomme die Vielseitigkeit in zahlreichen Gesprächen mit. Zum Beispiel treffe ich auf Kathrin Meyer von der Brau-Manufactur Allgaeu, die mich auf einen kurzen Ausflug durch ihre Bierauswahl mitnimmt. Ein „Kräuter-Märchen“ hat sie im Gepäck, da bleibt es nicht lange beim theoretischen Gespräch. Und gleich mit dem ersten Schluck bin ich positiv überrascht von der Frische des Bieres – ich kann fast den Sommer im Allgäu schmecken.

Von dieser kleinen Familienbrauerei wandere ich weiter zu den etwas größeren Brauereien an den Nachbarständen. Da finde ich einen Mitarbeiter von Stone Brewing, der mir meine Entscheidungsschwierigkeiten scheinbar ansieht und mir das Stone IPA ans Herz legt. Und ich bin ihm dankbar, denn die Auswahl ist wirklich eine Herausforderung!

Aber es wird noch schwieriger. Denn ich stehe auf einmal vor einem Stand, der etwas aus der Reihe tanzt mit seinen Apothekerflaschen, kleineren Probiergläsern und vier verschiedenen Geschmacksrichtungen – die Bayerischen Hopfenliköre von Hopfa. Um meine Geschmackssinne nicht vollständig zu überfordern, wähle ich einen kurzen Umweg über einen der Wasserspender und widme mich dann erst der Likörauswahl. Hopfen und Orange überzeugen mich schließlich – sogar so sehr, dass eine der Apothekerflaschen mit mir nach Hause reist.

Und so setze ich meine Runde fort: Pilsner Urquell, der Brausturm Bierverlag, Hopfenlieferant Joh. Barth & Sohn, Malzfabrikant Castle Malting, die Brewers Association, der eindrucksvolle Stand von Schneider Weiße und die Vertreter von Braufactum. Sie alle – und noch viele mehr – sind hier, bei einem der mittlerweile wichtigsten Events der deutschen Craft Beer Szene.

Natürlich kommen da gerade im 500sten Geburtsjahr des bayerischen Reinheitsgebotes auch Fragen auf: Will man die großen Brauereien wirklich dabei haben? Ist es Zeit für ein Ende des Reinheitsgebots? Auf diese Fragen findet Frank Böer deutliche Antworten: Ja, man will auch die Großen dabei haben – für mehr Vielseitigkeit und eine gesunde Mischung. Und das Reinheitsgebot? Das sieht Frank Böer weit weniger problematisch, als es von vielen gehandelt wird. Schließlich ist die Braukunst Live! ein sehr eindeutiger Beweis dafür, dass trotz bestehendem Reinheitsgebot auch in Deutschland kreativ gebraut wird.

 

 

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