6 Min. Lesezeit After-Work-Yoga bei der Krones BKK – fit und entspannt in den Feierabend

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After-Work-Yoga bei der Krones BKK – fit und entspannt in den Feierabend Allgemein, Menschen | | 11.06.2018 6 Min. Lesezeit

Die folgende Situation kennt wohl jeder: Nach einem anstrengenden Arbeitstag freut man sich häufig schon während des Heimwegs darauf, sich entspannt auf die Wohnzimmercouch fallen zu lassen. Auf der anderen Seite plagt einen dann doch das schlechte Gewissen. Nachdem wir den ganzen Tag sitzend am Arbeitsplatz verbracht haben, wissen wir innerlich nämlich ganz genau, dass etwas Bewegung nicht schaden würde. Wie löst man nun ein derartiges Dilemma zwischen dem faulen „ES“ und dem klugen „ÜBER ICH“? Die Antwort hierfür lautet After-Work-Yoga.

Vom 21.03.2018 bis 23.05.2018 besuchte ich das von der Krones BKK angebotene Präventionsprogramm „Hatha-Yoga“ unter der Leitung von Frau Sylvia Hecker. Beim Hatha-Yoga stehen langsame und entspannte Übungen im Fokus. Parallel zu den verschiedenen Atemübungen werden achtsam wechselnde Haltungen eingenommen. Weil mich die acht Termine so faszinierten, habe ich bei Frau Hecker nochmals genauer nachgefragt.

Frau Hecker, Sie sind Trainerin für das Hatha-Yoga. Wieso haben Sie und Ihre Kollegen sich dazu entschlossen, einen solchen Kurs für BKK Versicherte anzubieten?

„Als Yogalehrerin weiß ich natürlich, welch große Menge an Vorteilen das Yoga mit sich bringt. Es ist ein wunderbares Instrument, um Stress und Anspannungen entgegenzuwirken. Darüber hinaus ist Yoga auch eine effiziente Methode zur Stärkung der Muskulatur, sodass typischen Büroschmerzen vorgebeugt werden kann. Regelmäßig praktiziert steigert es auch unsere Resilienz (Widerstandskraft) und macht uns im Alltag gelassener, sodass wir Herausforderungen einfach besser bewältigen können. Da meine Kollegen bereits meine Blitzentspannung kennenlernen durften, war ihre Neugier geweckt, es auch mit Yoga zu versuchen. Als Betriebskrankenkasse ist es uns natürlich ein großes Anliegen, ein Programm mit diesen Vorteilen für unsere Versicherten anzubieten. Also wurde kurzerhand unser Besprechungsraum zu einem Yoga-Trainings-Raum umfunktioniert und ein Aushang in Neutraubling veranlasst. Die hohe Nachfrage hat uns bestärkt, diesen Weg weiter zu verfolgen.“

In Ihren Trainingsstunden wurde stets ein Fokus auf Atemübungen gesetzt. Welche Vorteile bringen diese und warum sind sie für das Hatha-Yoga so essentiell?

„Unser Körper steuert die Atmung über den Parasympathikus, wie etwa auch die Verdauung. Die Prozesse finden unterbewusst statt, wir brauchen also nichts dafür zu tun. Deshalb haben wir auch im Alltag prinzipiell keinen Fokus auf unseren Atem. Durch unseren schnelllebigen und hektischen Lebensstil atmen wir die meiste Zeit leider viel zu flach und zu schnell, was letztendlich dazu führt, dass wir zu wenig Sauerstoff aufnehmen. Dies hat Unkonzentriertheit und innere Unruhe zur Folge. Der Geist und die Atmung sind beste Freunde – wenn der eine beunruhigt ist, folgt ihm der andere. Wenn wir uns nun aber bewusst auf die eigene Atmung konzentrieren, bringt uns dies ins Hier und Jetzt. Wir atmen tiefer (Bauchatmung) und werden dadurch ruhiger und gelassener. Bei den Körperübungen im Yoga (Asanas) wenden wir die Atemtechniken (Pranayama) an, um stabiler zu werden, die Dehnung zu optimieren und zur inneren Ruhe zu kommen – auch wenn die Asana uns gerade fordert! Diese Herangehensweise wird ins Unterbewusstsein integriert, was wiederum dazu führt, in herausfordernden Situationen ruhig und gelassen zu reagieren. Zudem ist Yoga ohne kombinierte Atmung kein Yoga, denn unser Atem ist die Verbindung zwischen Körper und Geist.“

Ein aktueller Trend in der Kosmetik- und Fitnessbranche ist das Detoxing. Wieso hilft Ihrer Meinung nach eine Yoga-Stunde hierbei mehr als eine entgiftende Gesichtsmaske?

(lacht) „…sicherlich ist gegen eine Detox-Gesichtsmaske nichts einzuwenden, nur sollten wir bedenken, dass wir bis zu 70 % über den Atem entgiften, 20 % über die Haut und nur 10 % über die Ausscheidungsorgane. Unabhängig davon kümmert sich unser Körper selbst um die Entgiftung – und das 24 Stunden täglich. Doch unser von Stress geprägter Alltag lässt unseren Körper übersäuern. Beim Prozess der Entschlackung und Entgiftung können wir ihn aber auch zusätzlich unterstützen. Neben der Atmung regen viele Asanas den Stoffwechsel und die Organtätigkeit an, wodurch Gifte besser abtransportiert werden können. Ein Beispiel: der Drehsitz massiert durch den Twist in der Körpermitte die Bauchorgane und erhöht den Energiefluss rund um Nabel, Niere, Magen, Dünndarm, Leber und Gallenblase. Die Organe werden verstärkt durchblutet, sodass säurehaltige Gifte ausgeschwemmt werden. Sie tun also aktiv etwas Gutes für Körper, Geist UND Seele. Daher ist Yoga im Vergleich zu einer Gesichtsmaske um so viel effizienter, dass man es gar nicht mit einer solchen vergleichen kann. Eine positive Ausstrahlung und Schönheit kommt von innen. Natürlich ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst unerlässlich. Ebenso braucht unser Körper 1,5 bis 2 Liter stilles Wasser, um optimal zu funktionieren.“

Mit welcher Priorität sehen Sie die Notwendigkeit von Entspannungsphasen im Alltag? Haben Sie neben den Yoga-Übungen noch weitere Tipps, die wir anwenden können, damit wir fit und entspannt in den Feierabend starten können?

„Grundsätzlich sind regelmäßige Entspannungsphasen sehr wichtig für uns. Nach einer Anspannung muss auch wieder eine Entspannung erfolgen, um die Gesundheit und das Wohlergehen aufrecht zu erhalten. Ein chinesisches Sprichwort sagt: Nur ein entspannter Mensch ist ein gesunder Mensch. Diese wichtigen Entspannungsphasen kommen bei vielen Menschen im Alltag jedoch zu kurz. Oft haben wir überhaupt kein Gefühl mehr dafür, wann wir entspannt und wann angespannt sind. Dann knirschen wir zum Beispiel nachts mit den Zähnen, weil wir etwas nicht verarbeitet haben und die innere Anspannung nicht abgebaut wurde. Aber nur wenn Anspannung und Entspannung im Gleichgewicht sind, können wir gute Leistungen erbringen und unsere Gesundheit erhalten. Um wieder zu mehr innerer Ruhe und Gelassenheit zu kommen, reicht es oft schon aus, für ein paar Minuten eine Achtsamkeitsübung, eine Atemübung oder eine kurze Einheit der progressiven Muskelentspannung durchzuführen. Neben Yoga ist Sport ebenso eine wunderbare Möglichkeit, um Stress abzubauen. Wir können aber auch einen gemütlichen Spaziergang durch die Natur genießen, damit wir wieder ins Gleichgewicht kommen.“

Am Ende jeder Yoga-Stunde freuten wir uns über die Entspannungsphase. Wieso ist es so wichtig die Yoga-Stunde mit dieser Phase zu schließen?

„Wir beenden jede Yoga-Stunde mit Savasana, der Totenstellung, indem wir uns bewegungslos auf den Rücken legen. Hier ist das Nichtstun die höchste Pflicht. Das ist am Anfang für die meisten Teilnehmer sehr schwierig, denn in unserem Alltag sind wir mit permanentem Tun konfrontiert und müssen unsere Aufgaben immer schneller und effizienter erledigen. Also müssen wir wieder lernen, nichts zu tun und uns einfach zu entspannen. Während der Entspannungsphase kommen unser Herzschlag und die Atmung zur Ruhe – der regenerierende Prozess steht jetzt im Vordergrund. Stresshormone werden abgebaut und das Immunsystem gestärkt. Des Weiteren wird durch die Endentspannung das neu Erlernte besser ins Unterbewusstsein integriert.“

Und zum Schluss noch etwas zum selbst ausprobieren…

…Frau Hecker, bitte erklären Sie für unsere Leser kurz den „Krieger 1.“ Auf was müssen wir bei dieser Yoga-Haltung achten?

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„Machen Sie mit dem linken Bein einen großen Ausfallschritt nach hinten. Drehen Sie den hinteren (linken) Fuß auf 45 Grad und stellen Sie den vorderen (rechten) Fuß mit den Zehen gerade nach vorn auf. Das hintere Bein ist durchgestreckt.

Beugen Sie das vordere (rechte) Bein um 90 Grad. Das Knie darf nicht über den Fuß sinken, dies würde das Kniegelenk überstrapazieren. Falls Ihr Oberschenkel nicht parallel zur Matte ist, macht das nichts. Stattdessen konzentrieren Sie sich darauf, beim Ausatmen loszulassen, denn irgendwann wird der Oberschenkel parallel zur Matte sein.

Nehmen Sie nun Ihre Arme nach oben und legen Sie die Handflächen aneinander. Die Schultern sind weg von den Ohren. Gerne können die Arme auch schulterweit geöffnet sein, falls die erste Variante zu anstrengend ist. Der Blick geht zu den Händen.

Halten Sie diese Position für ca. drei Atemzüge und wechseln Sie dann auf die andere Seite.

Der Krieger stärkt unser Durchhaltevermögen und schenkt uns Kraft und innere Klarheit. Er dehnt die Leisten und den großen Hüftbeuger, der beim Sitzen zu kurz kommt, und regt den Stoffwechsel an. Für alle Anfänger ist es aber besser zu Beginn einen erfahrenen Yoga-Lehrer zu nehmen!“

Frau Hecker, ich bedanke mich recht herzlich für Ihre fachkundigen Antworten und natürlich für den (ent)spannenden Kurs, bei dem wir doch ganz schön ins Schwitzen gekommen sind. Sicherlich werden wir uns in Zukunft an der ein oder anderen Yoga-Figur versuchen.

An dieser Stelle der Hinweis an alle Kollegen: Die Krones BKK bietet Präventionsprogramme aller Art für BKK Versicherte an. Mein Artikel hat euch motiviert und neugierig gemacht? Dann keine Zeit verlieren und gleich für die nächsten Kurse anmelden!

Und falls ihr euch noch für eine ganz spezielle Art von Yoga interessiert, erfahrt ihr hier mehr über Bier-Yoga.

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