5 Min. Lesezeit Von Nittenau nach Berlin

Navigation

Sonstige

Von Nittenau nach Berlin Ausbildung | | 09.01.2017 5 Min. Lesezeit

Florian Lacher wurde Anfang Dezember in Berlin für seine herausragenden Prüfungsleistungen ausgezeichnet. Bundesbester Prüfling der Zerspanungsmechaniker aus 6000 IHK-Teilnehmern! Das ist doch mal eine Ansage. Ich habe Florian gefragt, wie es zu diesem Wahnsinns-Ergebnis kam, wie seine Ausbildung lief und welche Projekte er zukünftig verfolgt.

Wo und wann hast du deine Ausbildung bei Krones begonnen?

Ich habe meine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker der Fachrichtung Drehmaschinensysteme im September 2014 in der Lehrwerkstatt in Nittenau begonnen. Eigentlich dauert die Ausbildung dreieinhalb Jahre, ich habe sie jetzt allerdings in drei geschafft.

img-20151130-wa0006Wie lief die Ausbildung ab?

 Im ersten Lehrjahr durchlief ich zunächst eine Grundausbildung, die aus Feilen, Sägen, Bohren, konventionellem Drehen und Fräsen bestand. Im Jahr darauf erlernte ich den Umgang mit CNC-gesteuerten Drehmaschinen und bereitet mich intensiv auf die Zwischenprüfung (AP1) vor, da diese bereits 40% der Endnote zählt. In meinem letzten Lehrjahr arbeitete ich dann im gesamten Werk und in allen Abteilungen mit, indem ich alle 6 Wochen in ein anderes Segment versetzt wurde. Dadurch konnte ich mir vielseitige Kenntnisse in allen Werksbereichen aneignen. Gleichzeitig bereitete ich mich auf die Abschlussprüfung (AP2) vor, die dann die restlichen 60% der Endnote ausmachte.

Was hat dir am meisten Spaß gemacht? Was hat dir nicht so gut gefallen?

Am besten hat mir die Vielseitigkeit im 3. Lehrjahr gefallen und dass man auch als Azubi bereits Verantwortung übernehmen konnte. Außerdem fand ich es klasse, dass man in der Lehrwerkstatt sehr viel Zeit zum „Probieren“ bekam. Man programmierte und fertigte die Teile von Beginn bis zum endgültigen Bauteil. Natürlich gab es auch Abteilungen in denen es mir weniger gut gefiel, aber als Azubi muss man da durch. Das ist aber, glaube ich, in jedem anderen Beruf dasselbe. Das wichtigste für mich war, dass ich jetzt einen Arbeitsplatz in einer Abteilung habe in der es mir super gefällt.

Gab es ein besonders spannendes Projekt während deiner Ausbildung?

Das schönste Projekt war in der Lehrwerkstatt, als wir alleine ohne Ausbilder und nur in Zusammenarbeit mit anderen Azubis arbeiten durften. Wir entwarfen, programmierten und fertigten z.B. ein Whiskyfass mit Gravur oder auch ein Schachbrett. Natürlich waren die Ausbilder bei einigen Schwierigkeiten dennoch behilflich.

Wie war die Zwischenprüfung? Warst du da auch schon so gut?

Die Zwischenprüfung war meiner Ansicht nach ein wichtiger Grundstock für die gute Abschlussprüfung. Hierbei musste neben der Theorie auch ein Praxisteil abgearbeitet werden. Natürlich war die Aufregung groß, aber letztendlich war ich durch die hervorragende Vorbereitung durch den Betrieb gut gewappnet und konnte auch hier ein sehr gutes Ergebnis erzielen.

Wie hast du dich auf die Abschlussprüfung vorbereitet?

Die betriebliche Vorbereitung war das A und O. Ohne einen solchen Ausbildungsbetrieb ist eine „Reise nach Berlin“ fast nicht möglich. Zuhause fiel dadurch meine Vorbereitung recht gering aus. Intensiveres Lernen betrieb ich nur etwa zwei Wochen lang.

zugeschnittenWie lief die Prüfung ab und wie ging es dir persönlich dabei?

Der erste Teil AP2 bestand aus einem Theorie-Prüfungstag, an dem sämtliche relevanten Fächer geprüft wurden, wie z.B. Sozialkunde, CNC-Programmierung und Fertigungstechnik. Am zweiten Prüfungstag fand ein ca. 45-minütiges Fachgespräch mit einigen Prüfern der IHK statt. Hierbei musste man ein zuvor selbstständig bearbeitetes und dokumentiertes Werkstück vorstellen. Anschließend stellten die Prüfer Fragen zur Fertigung und Funktion des Werkstücks. Zum Schluss folgten dann noch einige grundlegende Fragen über den Beruf des Zerspaners (z.B. Sicherheitsvorschriften). In beiden Teilen der Prüfung fühlte ich mich eigentlich sehr sicher und ging recht unaufgeregt an die Sache heran, was sich im Nachhinein auch als die beste Methode herausstellte.

Hättest du je damit gerechnet, so gut abzuschließen?

Ein guter Abschluss war natürlich schon mein Ziel, jedoch hätte ich nicht gedacht dass es zum besten Prüfling aus 6000 reicht. Dass dies möglich ist, ist mir eigentlich erst nach den Zwischenprüfungen bewusst geworden: Nachdem ein Prüfling aus einem älteren Lehrjahr nach Berlin durfte, war ich natürlich zusätzlich motiviert.

Wie und von wem hast du erfahren, dass du der beste Prüfling warst? Wie ging es dir in diesem Moment?

Erfahren habe ich das ganze per Post von der IHK Regensburg. Ich habe mich natürlich sehr darüber gefreut und war auch total überrascht. Ich habe mit der Einladung nach Berlin keinesfalls gerechnet, vor allem, weil ich noch einige Tage zuvor bei der Ehrung der Bezirksbesten in Regensburg war und auf dieser Veranstaltung niemand etwas von Berlin erwähnt hatte.

Wo fand die Ehrung statt? Wer war dabei? Wie lief sie ab? Wie hat sie dir gefallen?

Die Ehrung fand im Maritim Hotel Berlin am Potsdamer Platz statt, wo ich mit meinen Eltern und Herrn Jungbauer hinreiste.

Sie war bis ins kleinste Detail durchgeplant. Es gab zuvor sogar eine Generalprobe, da ja nichts schief gehen soll, wenn die Kameras dich filmen. Nach einem Fototermin mit allen Bundesbesten begann die eigentliche Ehrung, auf der zuerst einige Reden von Prominenten stattfanden, wie z.B. von Familienministerin Manuela Schwesig und Dr. Eric Schweitzer. Nachdem jeder einzeln verlesen wurde und eine Urkunde sowie einen Pokal erhielt, wurden nochmal Fotos von jedem gemacht. Danach gab es ein Buffet in einem sehr noblen Saal, in dem auch eine Liveband spielte und getanzt wurde. Im Anschluss an die Veranstaltung konnte man sich noch den einen oder anderen Cocktail an der Hotelbar gönnen.

Mir hat die Veranstaltung sehr gut gefallen, auch wenn der offizielle Teil über 6h dauerte. Die Pausen und Musikeinlagen sowie die Unterhaltungen mit anderen Bundesbesten haben das ganze sehr abwechslungsreich gestaltet.

Wo und an was arbeitest du jetzt?

Ich arbeite jetzt im Segment 351 in Nittenau, wo vor allem Großdrehteile gefertigt werden. Meine Maschine dreht, fräst und bohrt z.B. Füllertische bis 6 m Durchmesser. Meine Hauptaufgabe besteht darin, die großen Bauteile zu wenden und aufzubauen, Programme für einfachere Teile selbst zu schreiben sowie den gesamten Prozess zu überwachen. Eigentlich das gleiche wie jeder andere Dreher oder Fräser auch, nur in einem wesentlich größeren Maßstab und mit mehr Verantwortung.

Wie sehen eventuell weitere Ziele oder Wünsche für deine berufliche Zukunft aus?

Momentan mache ich bereits eine Weiterbildung zum Maschinenbautechniker bei einer Fernschule. Diese Ausbildung dauert drei Jahre, doch da ich bereits im 2. Lehrjahr damit anfing, habe ich jetzt nur noch ca 18 Monate bis ich fertig bin. Im Anschluss daran spiele ich mit dem Gedanken, ein Fernstudium zu absolvieren. Jedoch bleibt bis dahin noch einige Zeit, in der ich zuerst einmal mit der Doppelbelastung aus Fernlehrgang und Drei-Schichtarbeit zurecht kommen muss.

Dafür wünsche ich dir alles Gute, vielen Dank für die spannenden Antworten!

 

Falls nun auch Dein Interesse an einer Ausbildung bei Krones geweckt ist, dann schau doch mal in unserer Stellenbörse, ob was für Dich dabei ist!

 

Artikel teilen

Alle mit (*) markierten Felder sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden